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München 2018 : Nur ein Etappensieg

  • -Aktualisiert am

Die Würfel sind gefallen: Stimmzettel in Garmisch Bild: dapd

Das Referendum ist überstanden: Mit knapper Mehrheit behauptet sich die Olympiabewerbung im Referendum von Garmisch-Partenkirchen. Der Weg zur Kür in Durban ist aber noch weit.

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          Wenn es um die Olympiabewerbung geht, gibt es in Deutschland ein weitverbreitetes Missverständnis. Seit Monaten gehen viele Leute davon aus, dass über die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 in Garmisch-Partenkirchen entschieden wird. Doch das stimmt nicht. Ob Pyeongchang in Südkorea, Annecy in Frankreich oder München mit seinen Außenstellen Garmisch-Partenkirchen und Königssee den Zuschlag bekommt, entscheidet immer noch am 6. Juli die Vollversammmlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Durban. 110 Einzelpersonen aus allen Kontinenten müssen umworben werden, niemand weiß genau, welches Argument das wichtigste sein wird.

          Eines aber steht fest in diesem Spiel mit unbekannten Regeln: Hätten die Wähler der Marktgemeinde im Werdenfelser Land sich am Sonntag mehrheitlich gegen die deutsche Bewerbung ausgesprochen, hätte sie einen massiven Schaden davongetragen. Andersherum ist mit den 58 Prozent Zustimmung für den positiven Bürgerentscheid aber nichts gewonnen, sondern lediglich ein Ansatzpunkt für unbequeme Fragen beseitigt worden.

          Die Olympiabewerbung ist eine lange und harte Etappenfahrt. Mit dem Prüfbericht der Evaluierungskommission, der an diesem Dienstag erscheint, naht schon der nächste Stresstest. Dieser Bewertungskatalog, für den eine IOC-Kommission im März an Ort und Stelle Informationen sammelte, soll als Entscheidungsgrundlage der IOC-Mitglieder dienen - sofern diese nicht lieber den Einkaufsgewohnheiten ihrer Ehefrauen, eigenen touristischen Neigungen oder gar der Spur des Geldes folgen.

          Die Bewerber müssen so schnell wie möglich auf Schwächen reagieren, die ihnen im Bericht angekreidet werden. Schon bei der technischen Präsentation in der nächsten Woche in Lausanne müssen sie auf jede Frage der IOC-Mitglieder eine überzeugende Antwort parat haben. Und dazu - im Fall von München und Annecy - möglichst auch noch auf die Werbungspirouetten, mit denen die koreanische Eisprinzessin Yu Na Kim das IOC in Lausanne zugunsten Pyeongchangs bezaubern soll.

          Zerreißprobe innerhalb der Wintersport-Gemeinde

          Weiter im Text also für Thomas Bach, Katarina Witt und ihr Ensemble. Obwohl: So berauschend, dass die Bewerbung und die Politik die Gegenbewegung in Zukunft ignorieren können, ist das Ergebnis von Garmisch-Partenkirchen nicht ausgefallen. Im zweiten, von den Olympiakritikern initiierten Bürgerbegehren forderten immerhin 49 Prozent der Wähler, die Verträge mit dem IOC sollten juristisch daraufhin geprüft werden, ob es sich um Knebelverträge handele.

          Das Ergebnis dieser Analyse wäre vielleicht nicht nur interessant, sondern auch unangenehm für das IOC geworden. 45 Prozent votierten zudem in der - letztlich nicht benötigten - Stichfrage gegen die Spiele. Die Zerreißprobe innerhalb der Wintersport-Gemeinde Garmisch-Partenkirchen ist also noch nicht bestanden. Allerdings könnten ihr Pyeongchang oder Annecy am 6. Juli ein rasches Ende setzen.

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