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Motorsport : Champ Cars: Tempojagd in der Lausitz

  • Aktualisiert am

Rasende Kisten: Champ Cars auf dem Kurs von Houston Bild: dpa

Die schnellste Rennserie der Welt macht Halt auf dem Eurospeedway, 130 Kilometer südlich von Berlin. Zum ersten Mal in Europa, trotz des Terrors in den USA.

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          Die Europa-Premiere der schnellsten Rennserie der Welt sollte zum Saison-Höhepunkt auf dem Eurospeedway 130 Kilometer südlich Berlins werden. Nun wird das Spektakel auch von den Terror-Attacken in den USA überschattet.

          Zur Absage wollten sich die Veranstalter aber nicht entschließen, die Teams demonstrierten am Donnerstag um kurz vor zehn Uhr mit einer fünfminütigen Gedenkpause ihr Mitgefühl.

          Regen verhinderte Start

          Der anschließend geplante Start konnte allerdings nicht stattfinden: Der angesagte Regen verhinderte die ersten Tempofahrten auf dem Lausitzring.

          Die Champ-Car-Serie soll mit ihrer 16. Veranstaltung auf dem Gelände des ehemaligen Kohletagebaus Station machen und von Donnerstag bis Samstag bis zu 150.000 Motorsport-Fans in ihren Bann ziehen.

          Mit Tempo 350 durch die Lausitz

          Die Veranstalter erwarten, dass beim Debüt der Champ Cars die schnellste in Deutschland gefahrene Zeit unterboten wird, die der schottische Formel-1-Pilot David Coulthard 1999 auf dem Hockenheimring mit einer Spitzengeschwindigkeit von 365,9 Stundenkilometer erzielt hat.

          Bei jüngsten Testfahrten auf dem Eurospeedway wurden bereits Runden-Geschwindigkeiten von über 350 Stundenkilometer gemessen. Die schnellste Champ-Car-Runde wurde im Jahr 2000 Gil de Ferran mit 388,46 Stundenkilometer auf dem Oval von Fontana gedreht.

          Regen verhindert Weltrekord

          Dieses horrende Tempo des „American way of drive“ dürfte aber auf dem 3,2 Kilometer langen Oval in der Lausitz selbst bei besten Bedingungen nicht möglich sein. Denn die ungünstigen Wetterprognosen bereiten derzeit den Organisatoren einigen Verdruss; im Gegensatz zur Formel 1 werden bei Schauern die Champ-Car-Rennen sofort gestoppt und verschoben.

          Aus der Erfahrung wird daher der Sonntag als Ausweichtag vorgesehen. „Die Champ-Car-Serie hat die Philosophie, jedes Rennen unbedingt auszutragen. So wird es auch diesmal sein“, sagt Eurospeedway- Pressesprecherin Ilka Wendlandt.

          Michael Andretti ist der Bekannteste

          Einige prominente Namen der Serie, die sich in Amerika großer Popularität erfreut und beispielsweise in Mexiko 300.000 Fans an die Piste lockten, haben auch in Deutschland einen guten Klang. Der bekannteste Fahrer ist der 38 Jahre alte US-Amerikaner Michael Andretti, Sohn des Formel-1-Weltmeisters von 1978, Mario Andretti, der sich 1993 an der Seite von Ayrton Senna bei McLaren in der Formel 1 versuchte.

          Zudem verfügen der Brasilianer Christian Fittipaldi, Neffe des zweimaligen Formel-1-Champions Emerson Fittipaldi, und sein Landsmann Roberto Moreno über Erfahrungen in der Königsklasse des Automobilsports. Der heute 42-Jährige, der 1992 noch mit Michael Schumacher zum Benetton-Team gehörte, kommt mit der Empfehlung des Sieges in Vancouver nach Deutschland.

          230.000 Mark Prämie für den Tagessieg

          Fünf Rennen vor dem Abschluss der Serie können sich noch sechs Piloten Hoffnungen auf den Titel machen, der mit rund 2,3 Millionen Mark dotiert ist. Der Erfolg wird in der Lausitz wie bei jeder anderen der insgesamt 21 Stationen mit 230.000 Mark belohnt.

          Das nimmt sich im Vergleich zu den astronomischen Summen in der Formel 1 bescheiden aus. Während Formel-1-Weltmeister Schumacher geschätzte 75 Millionen Mark pro Saison einstreicht, kommen selbst die „CC“-Spitzenverdiener kaum auf zehn Millionen Mark.

          Der Dramatik der Serie tut dies kaum Abbruch. Auf Grund der Standardisierung von Motoren, Chassis und Reifen kommen stets ein Dutzend Fahrer für den Tages-Erfolg in Frage: In den bisherigen 15 Saisonrennen gab es immerhin zehn Sieger. Allein der Schwede Kenny Bräck und der Brasilianer Helio Castroneves konnten in diesem Jahr schon je drei Erfolge verbuchen.

          Kein Deutscher am Start

          Hingegen gelang dem mit 115 Zählern in der Gesamtwertung führenden Gil de Ferran noch nicht ein Streckensieg.

          Einen deutschen High-Speed-Piloten werden die zehntausenden Fans auf dem Eurospeedway allerdings vermissen. Der Reutlinger Michael Krumm war nur zum Saisonstart in Mexiko und Long Beach, dann musste er auf Grund finanzieller Probleme seines PRG-Teams auf weitere Rennen verzichten. Vor ihm waren sein heutiger Team-Chef Christian Danner (18 Rennen 1992 bis 1997) und Arnd Meier aus Hannover (29/1997 bis 1998) die beiden deutschen Vertreter.

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