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Motorrad-WM : Lenkung defekt: Jenkner fährt an Podest vorbei

  • Aktualisiert am

Marco Melandri: Mit 20 Jahren bisher jüngster Weltmeister in der Viertelliter-Klasse Bild: AP

Der Italiener Marco Melandri ist erstmals Motorrad-Weltmeister. Im 15. und vorletzten WM-Rennen auf Philip Island/Australien feierte er seinen achten Saisonsieg.

          Steve Jenkner ist wegen einer defekten Lenkung an einem Podestplatz vorbei gefahren. Die technischen Probleme in der Anfangsphase des Rennens bremsten den Rennfahrer beim Motorrad-Grand-Prix von Australien besonders in den Kurven, so dass er sich mit dem 7. Rang in der 125-ccm-Klasse zufrieden geben musste.

          „Wenn man aus der ersten Reihe startet, ist es nicht das, was man sich vorstellt“, sagte der enttäuschte Aprilia-Pilot. Sieger im Achtelliter-Limit wurde beim 15. von 16 Weltmeisterschafts-Läufen auf Phillip Island Manuel Poggiali aus San Marino auf Gilera vor den Aprilia-Piloten Lucio Cecchinello (Italien) und Pablo Nieto (Spanien).

          „Ich wusste, dass ich Weltmeister werden kann“

          Überschwänglichen Jubel verbreitete derweil Marco Melandri. Der Italiener sicherte sich mit einem Fotofinish vorzeitig den WM-Titel in der 250-ccm-Klasse. Mit hauchdünnen 7/1000 Sekunden verwies der Aprilia-Fahrer seinen Markengefährten und direkten Verfolger Fonsi Nieto auf den zweiten Platz.

          Beim abschließenden Rennen am 3. November in Valencia kann er von dem Spanier nicht mehr von der Spitze verdrängt werden. „Es war ein schönes Rennen, weil es ein gutes Duell mit Fonsi war. In der letzten Doppelkurve war ich eigentlich zu weit weg von ihm, aber ich habe alles gegeben, weil ich wusste, dass ich Weltmeister werden kann“, erklärte Melandri, der mit 20 Jahren und 74 Tagen seinen Landsmann Valentino Rossi als bislang jüngsten Titelträger in der Viertelliter-Klasse ablöste.

          „Drei Runden lang das Vorderrad nicht im Griff“

          Der inzwischen 23 Jahre alte Rossi feierte im MotoGP- Rennen den 50. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Der zuvor bereits als Weltmeister feststehende Honda-Pilot verwies seine Markengefährten Alex Barros aus Brasilien und Tohru Ukawa aus Japan auf die Plätze. Deutsche Fahrer oder Hersteller sind in der „Königsklasse“ bis 990 ccm nicht vertreten.

          Für Steve Jenkner gingen wieder einmal die Wünsche nicht in Erfüllung. „Ich habe in den ersten zwei, drei Runden das Vorderrad nicht in den Griff bekommen“, berichtete er über seine Schwierigkeiten. Schuld war eine zu harte Lenkungseinstellung. Dadurch fiel Jenkner nach gutem Start am Ende der dritten Runde gar auf die 18. Position zurück. „Da war irgendetwas kaputt. Zum Glück hat sich das dann gegeben“, erzählte er.

          Mit 157 Punkten ist der 26-jährige Sachse 5. der WM-Wertung mit einem Rückstand von 15 Zählern auf den vor ihm rangierenden Cecchinello, den er im letzten Saison-Rennen noch verdrängen möchte. „Wir haben in der Box schon gescherzt, der 5. Platz ist uns sicher. Da haben wir nichts mehr zu verlieren und können in Valencia voll auf Angriff fahren“, kündigte Jenkner an, „ich hoffe, dass das Wetter da gut ist und noch kein Schnee liegt.“

          Mit den Ergebnissen und den Ansprüchen Jenkners können sich die anderen deutschen Piloten nicht messen. Dirk Heidolf, der wie Jenkner aus Hohenstein-Ernstthal kommt, fuhr auf seiner Aprilia in der 250-ccm-Klasse als 16. um einen Rang an einem WM-Punkt vorbei. Als 18. überquerte Klaus Nöhles aus Nettetal in der Viertelliter-Klasse die Ziellinie, der Berliner Dario Giuseppetti (beide Honda) kam über den 24. Platz nicht hinaus.

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