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Motorrad-WM : Bradl auf Titelkurs

Seiner Klasse voraus: Stefan Bradl Bild: dapd

Mit einem zweiten Platz beim Grand Prix von Malaysia hat Stefan Bradl seine Chancen auf den WM-Sieg verbessert. Ein Rennen vor Saisonende ist ihm der Titel kaum noch zu nehmen.

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          Keine Freude, kein Jubel - es war Ärger, der unmittelbar nach dem Rennen in Malaysia aus dem Gesicht von Stefan Bradl abzulesen war. Das war noch vor dem tödlichen Unfall des Italieners Simoncelli in der Moto-GP-Klasse. 16 von 17 Runden hatte Bradl am Sonntag geführt und das Tempo vorgegeben, dann überholte ihn der Schweizer Tom Lüthi.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Deutsche wollte noch einen letzten Angriff vorbereiten, als die Streckenposten Rote Flaggen schwenkten und damit den Grand Prix abbrachen. Im Mittelfeld war der Spanier Axel Pons gestürzt - und alle Pläne von Bradl waren mit einem Mal nur noch Makulatur. 400 Meter in führender Position reichten Lüthi zum Sieg, Bradl wurde Zweiter.

          Nur ein Erfolg hätte ihm den vorzeitigen Titelgewinn in der Motorrad-Weltmeisterschaft in der Moto2-Klasse beschert. „Es ist etwas unglücklich gelaufen. In mir fühlt es sich jetzt wirklich merkwürdig an“, sagte der Einundzwanzigjährige kurz nach dem Rennen.

          Er wusste genau, dass seine WM-Chance so groß wie noch nie in dieser Saison war. Sein großer Rivale Marc Marquez musste das Rennen in seiner Box verfolgen. Die Ärzte hatten dem Spanier zuvor einen Start verboten, nachdem er bei einem Sturz im Training am Freitag mehrere Prellungen und eine leichte Gehirnerschütterung erlitten hatte. „Für Marc tut es mir leid“, sagte Bradl. „Aber jetzt schaue ich nur auf mich.“

          „Beruhigend, aber nicht beendet“

          Er hat weiterhin beste Aussichten auf den großen Coup. Mit 274:251 Punkten liegt der Zahlinger vor dem letzten Grand Prix des Jahres in Valencia am 6. November in Führung, ein dreizehnter Platz genügt ihm, um für Marquez unerreichbar zu werden. „Es ist beruhigend“, sagte Bradl. „Aber es ist noch nicht beendet. Mehr sage ich dazu nicht.“

          Er vermeidet das Wort „Weltmeister“, er will nicht allzu sehr mit der Zukunft beschäftigen. „Hoffentlich können wir es jetzt in Valencia klarmachen.“ Als Bradl vom Schicksal seines Kollegen Simoncelli erfuhr, dachte er nicht mehr an seine Chance. Betroffen beendete er jede Vorschau und blickte zurück: „Das ist so traurig. Er war so ein lustiger Kollege.“

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