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Motivation : Erfolg durch gekonnte Selbstdarstellung - Eigenlob stimmt

  • -Aktualisiert am

Gekonnt in Szene gesetzt: Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück Bild: United International Pictures

Das Zauberwort in der Berufswelt heißt Selbst-PR: Persönlichkeitstrainer haben herausgefunden, dass gekonnte Selbstdarstellung der Schlüssel zum Erfolg ist.

          Manche Sprüche sind bestens bekannt aus Kindertagen: Sobald die lieben Kleinen Aufmerksamkeit und Anerkennung forderten, war die Antwort "Sei nicht so laut" oder "Eigenlob stinkt". Die Reaktion des Nachwuchses in den meisten Fällen Zurückhaltung und Bescheidenheit.

          Denn wenn die Leistung stimmt, kommt das positive Feedback von ganz alleine. Pustekuchen. Wohl einer der Gründe dafür, dass nur wenige die Kunst der Selbstdarstellung beherrschen. Heute gehen wir nicht mehr zur Schule und stehen unseren Mann oder Frau im Berufsleben und gerade hier ist Bescheidenheit fehl am Platz.

          Bescheidenheit ist Karrierekiller Nummer eins

          Wie heißt es so schön - Klappern gehört zum Handwerk. Eigene Stärken hervorheben, sich selbst und die geleistete Arbeit gekonnt in Szene setzen, ohne sich anzubiedern oder dabei aufdringlich zu wirken - das ist gefragt. Komischerweise fällt das vielen noch schwer und Frust macht sich breit, wenn die Beförderung mal wieder auf jemand anderen gefallen ist. Darauf zu warten, das der Vorgesetzte von allein den Wert der Arbeit erkennt, ist so erfolgversprechend wie Lottospielen. Gut und fleißig sein reicht oft nicht aus, die Konkurrenz ist groß.

          Eine amerikanische Studie hat im Computerunternehmen IBM Karriereverläufe unter die Lupe genommen und das Ergebnis ist erstaunlich. Entscheidend für einen erfolgreichen Aufstieg in der Firmenhierarchie waren drei Dinge: Die Qualität der Arbeit, das Image der betreffenden Person und der Bekanntheitsgrad in der Firma.

          Das Image entscheidet über den Aufstieg

          Die Gewichtigung der jeweiligen Bausteine ist das Interessante: Die Arbeitsqualität macht nur zehn Prozent aus. Das Image beeinflusst zu dreißig Prozent den Erfolg und sechzig Prozent hängen davon ab, wie gut jemand die Vorgesetzten auf sich aufmerksam machen kann. Insgesamt beruhen also neunzig Prozent des Erfolges auf Selbstdarstellung.

          Wenn man genanntes Untersuchungsergebnis ernst nimmt, muss das Ergebnis heißen "Eigenlob stimmt". Auch Persönlichkeitstrainerin Sabine Asgodom empfiehlt: "Nur Mut zur Werbung in eigener Sache - Sie sind einzigartig". Zu den Grundlagen der Selbst-PR gehören die klare Formulierung von Zielsetzungen und der Aufbau eines Stärkenprofils. Denn wenn Sie selbst nicht von sich überzeugt sind, wie sollen es andere sein? Erfolge, Fähigkeiten und Ideen müssen gezielt und intelligent kommuniziert werden, um aufzufallen.

          Eigene Person als zu verkaufendes Produkt

          Jedoch nicht um jeden Preis. Weder Besserwisser, noch Schleimer oder Dauergrinser kommen gut an bei Kollegen und Chefs. Es geht darum, im passenden Rahmen Öffentlichkeitsarbeit für sich selbst zu betreiben - die eigene Person als zu verkaufendes Produkt.

          Jeder hat Stärken und Schwächen - um eine erfolgreiche Marketingstrategie zu entwickeln, definiert man sich über seine Stärken. In der Praxis kann das ein Ansprechen des Vorgesetzten auf eine bestimmte Leistung sein. Was hat gefallen, was ist "entwicklungsfähig"? Das hat eine andere Botschaft als Worte wie "schlecht", "Problem", "wollte" oder "eigentlich". Die werden aus dem Wortschatz verbannt, sonst outet man sich als tendenziell überfordert.

          Achtung: Zuviel Selbst-PR wirkt billig, wie zuviel Make-Up

          Der erste Eindruck ist entscheidend und dafür gibt es keine zweite Chance. Also sollte man sich in Bewerbungsgesprächen, bei Präsentationen oder beim Erstkontakt mit Kunden gekonnt in Szene setzen. Um die verschiedenen Bühnen, die sich im Privaten ebenso bieten wie im Job, gekonnt zu betreten, ist eine Selbstanalyse wichtig. Welche Wirkung habe ich auf andere durch mein Auftreten, die Kleidung und Körpersprache?

          Ständiges Arbeiten am eigenen Image und selbstkritische Betrachtung: Ein Blick von außen auf sich selbst, vielleicht durch eine Videoaufnahme oder Gespräche mit anderen, kann einem die Augen öffnen. Danach ist der Weg frei für Selbstbewußtsein und das vermindert die Angst vor Konkurrenz. Nur wer die eigenen Stärken kennt, wird die Karriereleiter ohne fiese Tricks oder Intrigen aufsteigen.

          Und noch ein Tipp: Nutzen Sie jede Gelegenheit, um neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.

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