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Michael Schumacher : Einer für 650 - 650 für einen

  • Aktualisiert am

Das Ferrari-Team Bild: dpa

Der fünfte Weltmeistertitel, der dritte mit Ferrari - eine Mannschaftsleistung, die ihresgleichen sucht.

          2 Min.

          Etwa 650 Ferrari-Angestellte - vom Teamchef Jean Todt bis zur Putzfrau - haben ihren Anteil am fünften Weltmeistertitel Michael Schumachers. Schätzungsweise 300 Millionen Dollar hat die Scuderia in dieser Saison in das Unternehmen WM 2002 und „roter“ Hattrick investiert. Wer sind die Schlüsselfiguren des italienischen Formel-1-Teams und Schumachers engste Mitarbeiter?

          Der Macher

          Teamchef Jean Todt: Der als glänzender Organisator bekannte Franzose schaffte nach seinem Amtsantritt am 1. Juli 1993 in dem „Grande Casino“ innerhalb kurzer Zeit Ordnung. Zug um Zug baute er durch die Verpflichtung bester Techniker und Ingenieure eine schlagkräftige Mannschaft auf. Größter Coup des 1,60 m kleinen Todt (Spitzname: Napoleon) war der Millionen schwere Einkauf Schumachers nach dessen zweitem Titelgewinn mit Benetton 1995.

          Von diesem Konkurrenten holte er auf Drängen seines Star-Piloten ein Jahr später auch Technik-Chef Ross Brawn und Aerodynamiker Rory Byrne. Todt und Schumacher sind gute Freunde. Der Deutsche rettete dem 56-Jährigen bei Ferrari den Kopf, als dieser wegen der im Finale 1998 verlorenen WM vor der Ablösung stand.

          Der Taktiker

          Technischer Direktor Ross Brawn: Der behäbige Brite mit Dreitagebart und dicker Brille gilt als das „Superhirn“. Mit seinen ausgebufften Boxenstrategien und schnellen taktischen Änderungen je nach Rennverlauf hat er entscheidenden Anteil an Schumachers Erfolgen. „Ross kommen selbst unter höchster Anspannung und enormem Zeitdruck geniale Ideen“, lobte der Kerpener das Taktik-Genie.

          Brawn begann als Ingenieur in der Kernkraft- Forschung. Er konstruierte 1994 und 1995 Schumachers Weltmeister- Benetton. Motorenchef Paolo Martinelli: Er ist ein Ferrari-„Urgestein“, wechselte aber erst 1994 auf Todts Wunsch aus der Motorenentwicklung für Serienwagen ins Grand-Prix- Team. Martinelli konstruierte den Zehnzylinder vom Typ 051 und dessen verschiedene Entwicklungsstufen.

          Das Auge fährt mit

          Chefdesigner Rory Byrne: Eindeutige Stärke des Südafrikaners ist die komplizierte Welt der Aerodynamik. Der von ihm gezeichnete F2002 gilt als eines der Glanzstücke in der langen Ferrari-Geschichte. Der 58-Jährige bastelt schon an Schumachers neuem „Maßauto“ für 2003.

          Renningenieur Luca Baldisseri: Der Renningenieur setzt Schumachers Änderungswünsche bezüglich der Abstimmung des Autos am Grand-Prix-Wochenende um und leitet die Mechaniker entsprechend an.

          Der „Hai“

          Manager Willi Weber: Der geschäftstüchtige frühere Gastronom, der eine Zeit lang Formel 3 fuhr, verpflichtete den vielversprechenden „Rohdiamanten“ 1989 gleich für zehn Jahre. „Mister 20 Prozent“, wie er in der Szene wegen seiner Provision an allen Einnahmen seines Schützlings heißt, vermarktet Schumachers Siege und Titel glänzend.

          Der Stuttgarter steigerte das Brutto-Einkommen des teuersten Fahrers der Formel-1-Geschichte auf etwa 50 Millionen Dollar jährlich. „Ich fahre, den Rest macht Willi“, meinte der seinem Manager blind vertrauende Rheinländer.

          In der Ruhe liegt die Kraft

          Physiotherapeut Balbir Singh: Der gebürtige Inder betreut Schumacher seit sieben Jahren an den Rennwochenenden und bei Testfahrten praktisch rund um die Uhr. Singh bekocht und massiert ihn nicht nur, sondern ist auch sein ständiger Ansprechpartner und beruhigender Geist im Hintergrund. „Mit Balbir verbringe ich fast mehr Zeit als mit meiner Frau“, witzelte Schumacher einmal.

          Medienberaterin Sabine Kehm: Die gelernte Sportjournalistin koordiniert sämtliche Pressetermine des viel gefragten Medienstars. Sie begleitet Schumacher bei allen öffentlichen Auftritten, Rennen und Testfahrten, und hält ihm vom Hals.

          Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau

          Ehefrau Corinna: Seit dem 1. August 1995 ist Schumacher mit seiner langjährigen Freundin Corinna Betsch verheiratet. Sie hält sich in der Öffentlichkeit im Hintergrund, begleitet ihren Mann aber häufiger zu Rennen und ist seine wichtige Ratgeberin.

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