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Michael Jordan : Versagen? „Kein Gedanke“

  • Aktualisiert am

Michael Jordan: Außerhalb jeder Kritik? Bild: AP

Ex-Rivale Charles Barkley hat vom NBA-Comeback abgeraten. „Interessiert mich nicht“, sagt Michael Jordan. „Ich habe absolutes Vertrauen in mich.“

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          Er hätte sich seelenruhig zurücklehnen können. Er hätte die sensationslüsterne Medienschar ins Leere laufen lassen können. Und vor allem hätte er bei dem Ballyhoo um seinen ersten öffentlichen Auftritt nach dem zweiten Abschied zufrieden in sich hinein lächeln können.

          Doch Michael „Air“ Jordan gab sich selbstbewusst, manchmal sogar frech attackierend. Die sich in Trainingsanzug und Baseball-Kappe präsentierende Basketball-Ikone der nordamerikanischen Profiliga NBA diktierte am Montag im MCI Center von Washington das gut halbstündige Rede- und Antwort-Spiel mit über 200 Journalisten wie einst die Aktionen auf dem Parkett.

          „Sir Charles´“ Kritik interessiert „His Airness“ nicht

          Kritik von seinem Freund Charles Barkley? Interessiere ihn nicht, sagte Jordan mit einem süffisanten Lächeln. „Er kann ja seine Meinung sagen, aber am Ende des Tages muss ich mich gut fühlen bei dem was ich mache. Ich gehe nicht an diese Sache heran mit dem Gedanken, dass ich versagen werde. Ich bin zuversichtlich, dass es funktionieren wird“, betonte der nun bei den Washington Wizards mit der Trikotnummer 23 spielende Megastar.

          Sein einstiger Kollege Barkley hatte den sechsmaligen NBA-Champion vor dem Comeback gewarnt. Es begebe sich in eine Situation, so „Sir Charles“, in der er nur verlieren könne.

          Iverson: „Unterschätze nie Michael Jordan!“

          Doch der Mann, der die NBA zum weltweiten Erfolg geführt hat, verschwendet daran keinen negativen Gedanken. „Ich habe absolutes Vertrauen in mich, dass ich das tun werde, wozu ich fähig bin. Natürlich gibt es körperliche Grenzen. Ich weiß, dass ich nicht mehr 25 bin. Aber ich fühle, dass ich Basketball auf dem höchsten Niveau spielen kann“, meinte Jordan, der am 30. Oktober bei den New York Knicks sein Auftaktmatch bestreiten wird.

          Im Februar wird der zweimalige Olympiasieger 39 Jahre alt. Sein letztes Pflichtspiel hatte Jordan am 14. Juni 1998 absolviert, als er die Chicago Bulls im sechsten NBA-Playoff-Finalduell gegen die Utah Jazz mit der letzten Aktion 87:86 in Führung gebracht und damit zur sechsten Meisterschaft geführt hatte.

          Trotz der über dreijährigen Auszeit traut sich kaum einer von den Jungstars, irgendetwas Abwertendes über „His Airness“ zu sagen. Allen Iverson von den Philadelphia 76ers, wertvollster Spieler der vorigen Saison, warnte alle: „Du darfst Michael Jordan niemals unterschätzen. Ich glaube nicht, dass er zurückkommen würde, wenn er nicht bereit dafür wäre. Michael Jordan mit 50 ist immer noch besser als die Hälfte der Spieler, die heute in der Liga ihr Geld verdienen.“

          Eine Million Dollar für Terror-Opfer

          Dem Superstar selbst geht es nicht nur um Sport und Geld: „Wir sind Entertainer. Unsere größte Aufgabe ist, die Gedanken der Amerikaner von gewissen Alltagsdingen abzulenken. Hoffentlich kann ich für viele Menschen Entspannung liefern.“ Unerwähnt ließ Jordan die Tatsache, dass er sein Gehalt von einer Million Dollar für die kommende Saison den Hilfsorganisationen und Hinterbliebenen der Terror-Opfer von New York und Washington spenden wird.

          Viele Stimmen waren jüngst laut geworden, Jordan müsse wieder spielen, um der Liga zu helfen - und seine Geschäfte anzukurbeln. Für den reichsten Sportler der Welt (geschätztes Vermögen: 398 Millionen Dollar) ist dies „alles Blödsinn“. Denn Jordan behauptet: „Ich habe nicht die Liga gebeten, mich zu vermarkten. Ich habe sie nicht gebeten, meine Spiele im Fernsehen zu bringen. Ich will nur Basketball spielen.“

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