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Prix de l’Arc de Triomphe : „Es ist sehr aufregend für mich“

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Die deutschen Hoffnungen ruhen auf Jockey Adrie de Vries mit Dschingis Secret und Trainer Markus Klub (links). Bild: Picture-Alliance

Zwei deutsche Pferde starten beim Prix de l’Arc de Triomphe. Adrie de Vries ist beim wertvollsten Galopprennen Europas gar Mitfavorit. Er hat vor dem wichtigsten Ritt seiner Karriere einen besonderen Wunsch.

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          „Regen wäre großartig“, sagt Adrie de Vries. Der 47 Jahre alte Niederländer, der seit Jahren zur kleinen Garde der Spitzenjockeys in Deutschland gehört, steht an diesem Sonntag (16.05 Uhr) vor dem wichtigsten Ritt seiner Karriere. Im wertvollsten Galopprennen Europas, dem Qatar Prix de l’Arc de Triomphe, reitet er einen der Mitfavoriten, den vierjährigen Hengst Dschingis Secret. „Es wäre eine große Hilfe, wenn der Boden weich wäre“, sagt de Vries. „Da ich noch nie einen Arc-Ritt hatte, ist es sehr aufregend für mich.“ Das mit fünf Millionen Euro Preisgeld dotierte Gruppe-1-Rennen über die klassische Grand-Prix-Distanz von 2400 Meter wird in diesem Jahr noch einmal auf der Rennbahn in Chantilly bei Paris ausgetragen, da die eigentliche Heimat des Mega-Rennens, Longchamp im Bois du Boulogne, seit zwei Jahren im großen Stil neu gebaut wird. „Dschingis Secret hat bewiesen, dass er Chantilly mag“, sagt de Vries im Blick auf den Sieg vor drei Wochen im Gruppe-2-Rennen Prix Foy, einem wichtigen Vorbereitungsrennen.

          Trainiert wird Dschingis Secret von Markus Klug in Heumar bei Köln. Der Zweckpessimist hofft auf einen Platz unter den ersten Fünf. Das würde den Besitzer des Pferdes freuen. „Horst Pudwill hat mir gesagt, dass er zum Arc persönlich kommen möchte“, sagt Klug. Der in Hongkong lebende deutsche IT-Unternehmer, der sich für den Fußball-Bundesligaklub Hertha BSC Berlin finanziell engagiert, ist so etwas wie eine Reizfigur im deutschen Galoppsport. Seit einigen Jahren investiert er kräftig. 2014 kaufte er für 200.000 Euro auf der Jährlings-Auktion in Baden-Baden Dschingis Secret. Zwei Jahre später unterlag der vom Gestüt Park Wiedingen gezüchtete Hengst nur knapp im Deutschen Derby: Dritter hinter zwei Pferden, die mit unerlaubt vielen Peitschenhieben ins Ziel getrieben wurden.

          Pudwill ließ Protest einlegen, forderte eine Disqualifikation der Erstplazierten und sorgte für unruhige Zeiten im deutschen Rennsport. Denn die Verbandsgerichte benötigten 13 Monate, um den Protest endgültig abzulehnen, da noch nie ein Pferd wegen Peitschenmissbrauch disqualifiziert wurde. Die Strafen für prügelnde Jockeys wurden zwischenzeitlich aber verschärft. Eine weitere Folge war, dass das Obere Renngericht zurücktrat und neu besetzt wurde. Nun hat der Unternehmer Klage bei der Zweiten Kammer des Kölner Landgerichts eingereicht. Bis eine Entscheidung fällt, dürften viele weitere Monate vergehen – Ausgang ungewiss. Pudwill aber kauft weiter und ersteigerte kürzlich den Bruder von Dschingis Secret für eine halbe Million Euro – und sagte, dass er mit Dschingis Revenge nun das Derby 2019 gewinnen möchte.

          Die deutsch-niederländerische Pferd-Reiter-Kombination gilt sogar als Mitfavorit.
          Die deutsch-niederländerische Pferd-Reiter-Kombination gilt sogar als Mitfavorit. : Bild: Imago

          Ein Start im Derby blieb dem zweiten deutschen Teilnehmer im großen ArcElitefeld verwehrt. Der Hengst Iquitos kämpfte als Dreijähriger nach einer Kolik um sein Leben, sorgte im Vorjahr dann nach seiner Rückkehr auf die Rennbahn aber für einige Paukenschläge: Er gewann den Großen Preis von Baden, wurde zum ersten Sieger der neuen Rennserie German Racing League gekürt und schließlich zum „Galopper des Jahres“ gewählt. Am Sonntag wird Iquitos wohl das kleinste Pferd im Teilnehmerfeld sein. Aber seine Fähigkeit, einen langgezogenen Endspurt hinzulegen, gibt ihm durchaus eine Außenseiterchance. Regen und weiches Geläuf kämen auch Iquitos zugute.

          „Wir wissen, dass wir gegen die Crème de la Crème antreten“, sagt sein in Hannover ansässiger Trainer Hans-Jürgen Gröschel, „aber er hat schon oft bewiesen, was in ihm steckt“ – in dieser Saison vor allem durch den Erfolg im Großen Dallmayr-Preis in München. Geritten wird er von Andrasch Starke, der den Prix de l’Arc de Triomphe 2011 mit der Ausnahmestute Danedream gewonnen hat. Und vielleicht noch ein gutes Omen für die Chancen der deutschen Starter: Der erste deutsche Sieger des Prestige-Rennens, das seit 1920 ausgetragen wird, hieß 1975 Star Appeal, der vom Gestüt Röttgen gezüchtet wurde. Und auf Röttgen trainiert Klug seine Pferde, auch Dschingis Secret.

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