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ATP Finals : Auf und ab für Zverev – bis zum Aus

  • -Aktualisiert am

Tennisstar Alexander Zverev unterlag am Donnerstag im Spiel gegen den Amerikaner Jack Sock bei den ATP Finals und verpasste den Einzug ins Halbfinale. Bild: dpa

Der Traum vom Halbfinale und mehr erfüllt sich nicht. Für den Deutschen ist die Tennissaison nach dem 4:6, 6:1, 4:6 gegen Jack Sock zu Ende.

          Für Alexander Zverev ist am Donnerstagabend in London die Tennis-Saison 2017 zu Ende gegangen. Der 20 Jahre alte Hamburger verpasste im letzten Gruppenspiel des ATP-Finales den Einzug ins Halbfinale. Er unterlag dem Amerikaner Jack Sock 4:6, 6:1, 4:6. Laut Setzliste war der Deutsche favorisiert, doch an diesem Abend voller Wendungen war der Neunte der Weltrangliste letztlich stärker als der Dritte. Das Positive für Zverev: Er kann sich nun ein paar Tage länger auf das Jahr 2018 vorbereiten, das er als Vierter der Tennis-Hierarchie beginnen wird.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der Bulgare Grigor Dimitrov verdrängt ihn, der in London nun gegen Sock im Halbfinale steht. Zunächst wird der Hamburger jedoch ein paar Tage auf den Malediven verbringen, wo sein fast zehn Jahre älterer Bruder sein Hochzeitsfest feiern wird. Trotz der Enttäuschung ganz am Ende: Wenn Zverev einmal auf seine Karriere zurückschaut, dann wird er diese Saison als die in Erinnerung behalten, die seinen Durchbruch bedeutete. Fünf Turniersiege, darunter zwei Masters mit den Finalgegnern Djokovic und Federer, führten ihn erstmals in die Top Ten der Weltrangliste und zum ATP-Finale nach London. Niemand im Tennis-Zirkus glaubt, dass dies sein letzter Start in der O2-Arena gewesen ist.

          Im ersten Satz wurde Zverev am Donnerstagabend vor etwa 18.000 Zuschauern nur ganz zu Beginn seiner Favoritenrolle gerecht. Nach einem Doppelfehler des Amerikaners hatte er im ersten Spiel zwei Breakbälle. Sock schoss aus Verärgerung einen Ball bis unter die Decke der riesigen Halle – und erhielt für den Gefühlsausbruch vom Schiedsrichter eine Verwarnung. Dass Sock womöglich seine Nerven nicht im Griff hätte, erwies sich jedoch als haltlose Unterstellung. Mit vier Aufschlag-Winnern korrigierte er seinen bedrohlichen Fehler und wurde dann immer mutiger. Es zeichnet Zverevs Spiel eigentlich aus, stets die Initiative zu ergreifen und den Gegner unter Druck zu setzen. Selbst im Gruppenspiel gegen Roger Federer war ihm das häufig gelungen.

          Doch Sock schaffte es, früher im Ballwechsel das Tempo zu bestimmen. Und einmal in die Defensive geraten, schaffte es der Hamburger kaum einmal, erfolgreich zu kontern. Nicht dass er schlecht spielte. Aber mit seinen Passierschlägen kam er einfach nicht an Sock vorbei, der am Netz seine ganze Erfahrung als geübter Doppelspieler ausspielte. Mehrmals schüttelte Zverev den Kopf, als sein Gegner einen weiteren artistischen Volley gespielt hatte. Man spürte förmlich wie ihm der Amerikaner langsam unheimlich wurde, und er zugleich seine Selbstsicherheit verlor. Beim Stand von 3:4 verlor Zverev sein Aufschlagspiel. Und noch nicht einmal eine 40:0-Führung genügte ihm, um das Rebreak zu vollbringen. Sock ließ ihm mit fünf Aufschlag-Winnern in Folge keine Chance.

          Als der Amerikaner wenig später seinen Satzball zum 6:4 verwertete, schienen die Verhältnisse an diesem Abend klar zu sein. Aber Sock gehört zu den unberechenbarsten Profis auf der Tour. Die Eintrittskarte für das ATP-Finale hatte er durch seinen Turniersieg in Paris-Bercy gelöst. Dort lag er in der zweiten Runde im Entscheidungssatz gegen den Engländer Edmund schon 1:5 zurück und setzte sich dann doch noch durch. Und im Gruppenspiel gegen Cilic nahm die Partie auch einige Volten, ehe er seinen Dreisatzsieg unter Dach und Fach hatte. Auch gegen Zverev nahm sich Sock seine Auszeit. Aus dem Break des Hamburgers zum 0:2 zu Beginn des zweiten Satzes wurde schnell ein 0:5-Rückstand und nach 27 Minuten hatte der Amerikaner den Durchgang 1:6 verloren.

          Zverev schien endgültig obenauf, als er den Entscheidungssatz mit einem Break begann. Doch wieder nahm die Auseinandersetzung eine Wendung. Sock konterte umgehend zum 1:1 und zog sogar auf 4:1 davon. Es war bemerkenswert, wie cool Zverev nun blieb, immer wieder auf die Rückhand seines Gegners spielte und zum 4:4 ausglich. Doch der große Coup wollte ihm nicht mehr gelingen. Sock brachte sein Aufschlagspiel zum 5:4 durch, ein Doppelfehler Zverevs bescherte ihm den ersten Matchball. Und auch da patzte Zverev, er setzte einen Ball ins Aus.

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