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Neuer Wirbel im Tennis : „Das ist wirklich gefährlich“

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Einst einer der besten deutschen Spieler: Nicolas Kiefer, hier 2009 Bild: AP

Nach der Niederlage von Alexander Zverev im Finale der US Open geht das Tennis-Jahr weiter. Die French Open in Paris stehen an. Nun äußert der ehemalige deutsche Spitzenspieler Nicolas Kiefer deutliche Kritik.

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          Der ehemalige Tennis-Spitzenspieler Nicolas Kiefer hat Zweifel an der Entscheidung geäußert, bei den French Open in Paris Zuschauer zuzulassen. „Ich sage mal: Man muss das Positive daran sehen. Natürlich ist es für die Atmosphäre viel, viel besser, dass Zuschauer wieder dabei sein können“, meinte der 43-Jährige aus Hannover im Interview mit dem Portal „t-online.de“. „Dann muss man aber auch sagen: Paris ist Corona-Risikogebiet – da dann Zuschauer zuzulassen, das ist auch für die Spieler wirklich gefährlich.“

          Erst am Ende des Turniers werde man beurteilen können, „ob es die richtige Entscheidung war. Es ist ja auch ein Test: Läuft es die ersten Tage gut, kann man so weitermachen“, sagte der ehemalige Davis-Cup-Spieler. „Passiert aber etwas, ist es auch möglich, dass das restliche Turnier dann doch ohne Zuschauer stattfindet.“ In Frankreich hat die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt Rekordwerte erreicht. Die Hauptstadt Paris wurde wie einige andere Regionen als Risikogebiet eingestuft.

          Wegen der Corona-Pandemie war das Grand-Slam-Turnier auf Sand von Mai/Juni auf den 27. September bis 11. Oktober verschoben worden. Dies sei eine ganz andere Situation, „da das Turnier zu einem ganz anderen Zeitpunkt im Jahr stattfindet“, sagte Kiefer. „Es ist nicht mehr so warm wie sonst im Sommer, die Bälle werden langsamer sein.“

          Überzeugt ist er von Alexander Zverev nach dessen Auftritt bei den US Open und trotz der Final-Niederlage am Sonntag gegen den Österreicher Dominic Thiem. „Ich habe ja vorher schon gesagt, dass er in den nächsten ein, zwei Jahren sein Turnier gewinnen wird“, sagte Kiefer. „Er steht schon vor der Tür, jetzt muss er nur noch durchgehen. Wir werden noch sehr viel Freude an und mit ihm haben.“

          Zverev zu US-Open-Pleite

          Zverev selbst sieht die Niederlage als Motivation für seine weitere Karriere und künftige Erfolge. „Es ist ein weiterer Schritt, ein Puzzleteil, in meiner Entwicklung und meinem Leben. Ich bin immer noch erst 23 Jahre alt. Viele vergessen das vielleicht, da ich schon so lange auf der Tour mit meiner Familie unterwegs war“, sagte der gebürtige Hamburger in einem „Bild“-Interview. „Ich habe noch so viel vor mir und möchte so viel erreichen. Ich bin auch überzeugt, dass meine Träume noch wahr werden.“

          Zverev hatte am Sonntag das bis zum letzten Ballwechsel spannende Finale bei den US Open in fünf Sätzen erst im Tiebreak gegen den Österreicher Dominic Thiem verloren. Danach sei er „komplett leer“ gewesen. „Ich denke inzwischen, dass sich in einigen Tagen ein gewisser Stolz auf das, was ich geleistet und erreicht habe, entwickeln wird. Die Enttäuschung wird einige Zeit anhalten, aber alle Ehre gebührt Domi. Er hat alles gegeben“, lobte der beste deutsche Tennisprofi seinen Kumpel.

          Seine Eltern seien „unglaublich stolz“ auf ihn gewesen. „Ich habe die beste Familie, die man sich wünschen kann, und dazu ein top Team“, sagte Zverev, der bis zu den French Open wieder fit sein will. „Erholung ist jetzt für den Körper sehr wichtig. Zwei Wochen in einem Grand-Slam-Turnier rauben unglaublich viel Kraft.“ Er finde es „bewundernswert“, wie der Schweizer Roger Federer (39) und der Spanier Rafael Nadal (34) diese Anstrengungen seit Jahrzehnten meistern.

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