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Keine Reue für „Z“-Symbol : Russischer Turner nach Skandal bei Siegerehrung bestraft

Farbe und Flagge zeigen für sein Land: Iwan Kuljak (rechts, hier im März neben den Sportlerinnen Dina und Arina Awerina) Bild: picture alliance/dpa/POOL

Bei der Siegerehrung der Turn-WM trug der Russe Iwan Kuljak ein „Z“-Symbol auf der Brust und sorgte so für einen Skandal. Nun reagiert der Weltverband. Die Reaktionen in Russland fallen scharf aus.

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          Der russische Turner Iwan Kuljak ist vom Internationalen Turnerbund (FIG) für mindestens ein Jahr gesperrt worden. Das gab der Verband am Dienstag bekannt. Kuljak gewann bei der Weltmeisterschaft in Qatar Anfang März Bronze und trug bei der Siegerehrung auf dem Podest neben dem ukrainischen Gewinner Illja Kowtun ein Trikot mit dem Buchstaben „Z“. Kuljak drückte mit dem Symbol seine Solidarität mit den russischen Truppen aus, die an der Invasion in der Ukraine beteiligt sind.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Der Russe verteidigte seine Entscheidung unmittelbar nach der WM: „Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, ob ich den Buchstaben Z auf meiner Brust trage oder nicht, würde ich mich genauso entscheiden“, sagte er gegenüber dem russischen Staatssender Russia Today. Der 20-Jährige hatte nach eigenen Worten das Symbol beim russischen Militär gesehen und dann festgestellt, dass es für Sieg und Frieden stünde. „Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes“, sagte Kuljak. „Ich wollte nur meine Position als Sportler demonstrieren. Ich werde immer um den Sieg kämpfen und für den Frieden einstehen.“

          Reaktionen aus Russland und der Ukraine

          Der ukrainische Turner und Olympiasieger von Rio, Oleh Wernjajew, kritisierte Kuljaks Aussagen bei Instagram: „Mit Verlaub, man möge nachsichtig mit mir sein, aber die Russen sollen nicht klagen, der Sport sei außerhalb der Politik!“

          Walentina Rodionenko, Trainerin der russischen Nationalmannschaft, sah hingegen keinen Grund für eine Bestrafung. „Wir haben keine Regeln gebrochen und niemanden provoziert“, sagte sie gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Novosti. „Niemand hat vor Ort etwas gesagt. Wir sind weggeflogen, und dann hat die ukrainische Seite anscheinend an die Disziplinarkommission appelliert.“

          Man habe das russische Team vom ersten Wettkampftag an provozieren wollen und versucht, eine Konfliktsituation zu schaffen. „Die ukrainischen Trainer haben unser Land beleidigt, haben böse Dinge gesagt“, so Rodionenko. „Unsere Jungs antworteten, dass man bei Wettkämpfen an Sport denken müsse, nicht an Politik.“ Man sei dennoch auf die Disqualifikation gefasst gewesen.

          In der Erklärung der FIG hieß es, Kuljak habe die Charta, den Kodex für Disziplin, Ethik und Verhalten, sowie die technischen Bestimmungen der Organisation verletzt. Neben der Sperre werde dem Russen die Bronzemedaille aberkannt und er müsse das Preisgeld zurückgeben. Russische und belarussische Athleten sind seit dem 7. März wegen des Ukraine-Krieges durch eine Entscheidung des FIG offiziell von der Teilnahme an Wettbewerben unter der Hoheit des Weltverbandes ausgeschlossen.

          Kuljaks Suspendierung gilt bis mindestens 17. Mai 2023. Sollten die Sanktionen gegen die russischen und belarussischen Athleten bis dahin noch gelten, werde Kuljaks Ausschluss automatisch sechs Monate später enden.

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