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Tennisturnier in Stuttgart : „Im Moment bin ich überwältigt“

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„Ich bin sprachlos – und das kommt bei mir nicht oft vor“: Laura Siegemund. Bild: dpa

Mit Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber war im Endspiel des Tennisturniers in Stuttgart durchaus zu rechnen. Dort trifft sie auf eine andere Deutsche, die völlig überraschend weiterkommt.

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          Das erste deutsche Endspiel in der Geschichte des Stuttgarter Tennis-Turniers ist perfekt: Titelverteidigerin Angelique Kerber und Qualifikantin Laura Siegemund kämpfen an diesem Sonntag (13.30 Uhr / Live im SWR) um die knapp 130.000 Dollar Preisgeld und den Sportwagen. Kerber setzte sich am Samstag im Halbfinale gegen Petra Kvitova aus Tschechien mit 6:4, 4:6, 6:2 durch. Siegemund gewann danach überraschend gegen die an Nummer eins gesetzte Polin Agnieszka Radwanska mit 6:4, 6:2. Die 28 Jahre alte Lokalmatadorin setzte ihren beeindruckenden Siegeszug damit fort und ist auch nach ihrem siebten Erfolg in der Porsche Arena noch ohne Satzverlust.

          „Im Moment bin ich einfach nur überwältigt. Ich bin sprachlos – und das kommt bei mir nicht oft vor“, sagte die redselige Schwäbin. Allerdings hatte sie ihre Sprache schnell wiedergefunden. „Es gibt eine gute Nachricht: Der Porsche bleibt in Deutschland“, sagte sie mit Blick auf das Duell mit Kerber.

          Siegemund knüpfte gegen die Nummer zwei der Welt nahtlos an ihre starken Leistungen zuvor an. Die Nummer 71 der Welt hatte auf dem Weg in ihr erstes Halbfinale auf der WTA-Tour bereits die Gesetzten Simona Halep und Roberta Vinci mit ihrer unerschrockenen und aggressiven Spielweise besiegt. Auch gegen Radwanska ging Siegemund ohne Angst zu Werke. „Manchmal ist es gut, einfach den Auto-Modus einzuschalten und nicht so viel nachzudenken.“

          Schon im ersten Satz gelangen Siegemund 18 direkte Punkte, immer wieder brachte sie die Polin zudem mit taktisch klug eingesetzten Stopps zur Verzweiflung. Nach 43 Minuten holte sie sich den ersten Abschnitt. Auch danach war bei der Psychologie-Studentin von Nervosität nicht zu spüren. Siegemund gelangen zwei schnelle Breaks, Radwanska wirkte sichtlich genervt. Mit dem ersten Matchball machte Siegemund die große Überraschung perfekt und hüpfte danach ungläubig über den Centre Court.

          Kerber hatte sich zuvor angetrieben von den Zuschauern und motiviert von einem ihrer Lieblingslieder erneut ins Finale gekämpft. Die Australian-Open-Siegerin verwandelte erst nach 2:03 Stunden ihren ersten Matchball. „Das Match habe ich am Ende ganz eindeutig dem Publikum zu verdanken“, sagte Kerber nach ihrem hart umkämpften Erfolg. „Die Zuschauer haben mich am Ende durch den dritten Satz gezogen.“

          Die Schwäbin setzte sich gegen Agnieszka Radwanska durch. Bilderstrecke

          Der deutschen Nummer eins war ab dem zweiten Satz die Müdigkeit nach den Strapazen des Fed Cups in der vergangenen Woche und dem Rummel um ihre Person in Stuttgart deutlich anzumerken. „Ich habe hier so viele Sachen um die Ohren, da hatte ich nicht einmal Zeit für eine Wette mit meinem Trainer“, berichtete Kerber.

          Nach dem verlorenen zweiten Satz blickte Kerber kurz frustriert und müde zu Coach Torben Beltz und Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner auf die Tribüne. Doch nach einer kurzen Pause kehrte sie unter den Klängen von Helene Fischers „Atemlos“ auf den Centre Court zurück und sammelte noch einmal alle Kräfte. Mit großem Kämpferherz rang sie Kvitova nieder und riss nach dem verwandelten Matchball erleichtert die Arme in die Höhe.

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