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Simeonis Wochenschau : Hamburg schlägt zu – Wu schlägt zurück

  • -Aktualisiert am

Chapeau – wir ziehen den Hut! Bild: F.A.Z.

Die Hamburger und die Boxer hatten mal eine gute Idee – nur in der Praxis funktionierte sie nicht. Womit wir bei einem allseits unbeliebten Thema angekommen wären: den Funktionären.

          Chapeau: Die Idee war super: Dass die Boxer den Weg frei räumen sollten für die Hamburger Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024, die nächsten Monat vergeben werden. So quasi: zuschlagen für den Zuschlag. Aber nun wissen wir es ja leider besser: Die Boxer steigen zwar derzeit in der Hansestadt in den Ring und wollen Weltmeister werden. Aber global gesehen kämpfen sie für eine verlorene Sache, weil – wir trauern der Idee immer noch nach – die Hamburger Bevölkerung die Bewerbung nicht wollte.

          Das olympische Sport-Geschäft war ihr zu suspekt und die Kosten der Spiele schienen ihr zu hoch. Und bedauerlicherweise kann man nicht widersprechen: Nimmt man die Gäste vom olympischen Traditionssport Boxen als Beispiel, hatten die hanseatischen Kaufleute ja so was von recht. Zwei Millionen Dollar Veranstaltungsgebühr muss Hamburg dem Weltverband für die WM zahlen, finanziert aus Steuergeldern und vom deutschen Sport. Und wer bekommt die? Sie fallen in ein tiefes Loch. Wegen seiner Millionenschulden (wofür eigentlich?) droht dem Weltverband nämlich der finanzielle K.o.

          Attaque – hier wird angegriffen!

          Attaque: Womit wir bei einem allseits unbeliebten Thema angekommen wären: den Funktionären. Der Präsident des Box-Weltverbandes, unter dessen Führung die Millionenschulden angehäuft wurden, hat sich nämlich die Tugend des Wegduckens allzu sehr zu eigen gemacht. Dem Architekten aus Taiwan mit dem kultigen Namen C.K. Wu wurde vor kurzem bei einer Sitzung des Verbandsvorstands das Misstrauen ausgesprochen. 13 von 15 Mitgliedern stimmten gegen ihn, die restlichen beiden enthielten sich. Das hat er aber nicht als Disqualifikation gewertet. Er kämpft jetzt vor Gericht um das sogenannte Ehrenamt. Ja, liebe Hamburger, und wieder behaltet ihr recht. Boxen ist nämlich nicht nur olympisch. Wu ist auch noch Vorstandsmitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Er will sich bald bei einer – kostspieligen – außerordentlichen Generalversammlung bestätigen lassen. So sei Demokratie halt, sagen Funktionäre zu solchen Vorgängen. Und die Hamburger sagen das auch und fügen an: Mors – Mors.

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