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Halbmarathon in Frankfurt : Atemnot bei Gabius

  • -Aktualisiert am

Kam nur auf Rang 18 in Frankfurt: Arne Gabius. Bild: dpa

Amanal Petros, in der Krise nach eigener Einschätzung „dick geworden“, läuft wieder und gewinnt die WM-Qualifikation. Dramatisch gestaltet sich das Rennen für Marathon-Rekordhalter Arne Gabius.

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          Die Festhalle stand nicht als Ziel zur Verfügung, und auch sonst erinnerte am Sonntag auf dem Messegelände wenig an die gewohnten Gastspiele der Laufelite in Frankfurt. Kein Moderator, der die Resultate verkündete. Keine Musik, die den Athleten einen Rhythmus vorgab. Vor allem jedoch keine Zuschauer, die anfeuerten. Das Halbmarathon Invitational, bei dem statt der Massen, die sonst beim Klassiker im Herbst durch die Stadt traben, lediglich 34 ausgewählte Langstreckenläufer an den Start gingen, fand abgeschirmt von der Öffentlichkeit hinter den geschlossenen Toren und Zäunen des sorgfältig gesicherten Areals statt.

          Teilnehmer wie Trainer zeigten sich jedoch bester Stimmung angesichts des gelungenen Versuchs der Veranstalter, trotz der dem Covid-19-Erreger geschuldeten Einschränkungen nach der Marathon-Absage ein Rennen auf die Beine zu stellen, das dank regelkonformer Rahmenbedingungen sogar als Qualifikation für die auf den 17. Oktober verschobenen Weltmeisterschaften in Gdynia dienen durfte.

          Zu lange mussten die zielstrebigen Ausdauerspezialisten die Füße stillhalten. Weltweit wurden wegen der Pandemie neben den Olympischen Spielen in Tokio sämtliche Rennen abgesagt. Der Wattenscheider Amanal Petros, der bei der Rückkehr auf die 21,0975 Kilometer lange Halbdistanz in 1:03:31 Stunden die Männer-Konkurrenz dominierte, fiel in ein tiefes Loch. Erst nach seinem 25. Geburtstag am 17. Mai kämpfte sich der gebürtige Eritreer heraus und machte sich, „dick geworden“, durch motivierende Alternativsportarten wie Wandern im Teutoburger Wald fit für neue Aufgaben. An der Ostsee will er im deutschen Sechser-Team, von dem Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig bei Männern wie Frauen ausgeht, seine bisherige Bestmarke von 1:02:18 Stunden unterbieten und sich unter den Top Ten platzieren.

          Die Zwei als Nummer eins: Amanal Petros ist in Frankfurt der dominante Läufer.
          Die Zwei als Nummer eins: Amanal Petros ist in Frankfurt der dominante Läufer. : Bild: Jan Huebner/Peters

          Der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius betritt andere Wege. Der Stuttgarter plant den Start beim London Marathon am 4. Oktober und will dort die Olympianorm für 2021 knacken. Die Formüberprüfung aus dem Training heraus misslang dem 39-Jährigen auf dem drei Kilometer langen Rundkurs. Atemprobleme ließen ihn zwischendurch zwei Minuten innehalten. Zwar lief der Mediziner, der vor zwei Wochen eine halbe Stelle als Kardiologe in einem Ludwigsburger Krankenhaus angetreten hat, danach noch weiter, jedoch ohne jegliche Chance auf eine vordere Plazierung.

          „Zu ruhig und zu brav“

          Bei den Frauen verpasste Lokalmatadorin Katharina Steinruck von der LG Eintracht Frankfurt als Dritte den letzten noch übrigen Platz in der Mannschaft des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Beim Einstellen ihrer Bestzeit von 1:12:23 Stunden bildete die 31-Jährige hinter der späteren Siegerin Melat Kejeta (1:09:04) aus Kassel lange ein Duo mit der am Ende zweitplazierten Regensburgerin Miriam Dattke (1:12:09). Nach Kilometer 16 zog diese an. „Es war mein Fehler, dass ich da mitgegangen bin“, sagte die Hessin. Die schnelle Tempoverschärfung ließ die Muskulatur verkrampfen. „Ich hätte lieber versuchen sollen, später noch mal langsam heranzukommen.“

          Aber es fehlt die Routine, „ich bin vor dem Rennen sehr nervös gewesen“, gab Steinruck zu. Sie sei Marathon-Organisator Jo Schindler und seinem Team sehr dankbar, dass sie den Lauf möglich machten. Unterstützung vom Verband vermisse sie, der biete selbst keine Meisterschaften an und lege den Veranstaltern sogar „Steine in den Weg“. Aber, so Steinruck, „wir sind ja leider nur Läufer“ und als diese „zu ruhig und zu brav“.

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