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Springreiter Daniel Deußer : Dummer Fehler kostet WM-Finale

  • -Aktualisiert am

Daniel Deußer erarbeitet sich eine perfekte Ausgangsposition – und patzt dann doch noch Bild: dpa

Der Pech bleibt den deutschen Springreitern bei der WM in Caen treu. Daniel Deußer verpasst durch einen unglückseligen Abwurf das Finale. Besser macht es zur Begeisterung des Publikums ein Franzose.

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          Wieder so ein dummer Fehler: Den deutschen Springreitern ist das Pech bei den Weltmeisterschaften in Caen treu geblieben. Am Samstag bei der Qualifikation für das Finale mit Pferdewechsel war Daniel Deußer ganz nah dran am Top-Quartett. Nach dem ersten Umlauf hatte sich der Profi, der in Belgien arbeitet, mit seinem grandiosen Hengst Cornet d’Amour durch eine fehlerfreie Runde bereits auf Platz vier vorgeschoben.

          Evi Simeoni
          (oni.), Sport

          Doch ein unglückseliger Abwurf im zweiten Umlauf an einem Steilsprung, der mit dem gallischen Hahn dekoriert war, warf ihn auf Platz sechs zurück. Der 33 Jahre alte deutsche Meister, mit Cornet d’Amour im April in Lyon Weltcupsieger, hatte die Kräfte seines Pferdes geschickt eingeteilt, Cornet d’Amour wirkte frisch und kraftvoll, trotzdem fiel nach leichtem Streifen eine Stange. Im Nationenpreis am Donnerstag hatte die Deutschen ein einziger Abwurf vom Titel getrennt – sie landeten als Titelverteidiger auf Rang vier.

          Zur großen Begeisterung des Publikums schaffte es ein Franzose bis ins Finale an diesem Sonntag: Patrice Delaveau durchquerte mit seiner Stute Orient Express die beiden schweren Parcours mit ihren imposanten Sprüngen ohne Fehler und wäre verdienter Weltmeister, wenn nicht am Ende der Einzel-Entscheidung eine umstrittene, aber spektakuläre Übung stünde: der Pferdewechsel.

          Die Nerven empfindlicher Pferde werden durch diese Prozedur extrem strapaziert. Und die Reiter leiden unter Umständen Höllenqualen, wenn ein Konkurrent ihr Pferd nicht nach ihren Vorstellungen reitet.  Das Final-Kleeblatt von Caen kann allerdings eine Menge Erfahrung aufweisen. Es erreicht einen Altersschnitt von 48 Jahren. Delaveau ist 49, die zweitplazierte Amerikanerin Beezie Madden (mit Cortes) 50, der Schwede Rolf-Göran Bengtsson (mit Casall) 52 und der Niederländer Jeroen Dubbeldam (mit Zenith) immerhin auch schon 41 Jahre alt.

          Die Rechnung beginnt wieder bei Null

          Dubbeldam, 2000 in Sydney mit dem legendären Hengst De Sjiem Olympiasieger, verbesserte sich am Samstag von Rang 13 noch auf Platz vier. An diesem Sonntag beginnt die Rechnung wieder bei Null, am Ende werden drei Medaillengewinner und ein trübseliger Vierter stehen. Meistens ist das derjenige, dessen Pferd so brav war, die Konkurrenz problemlos über die Sprünge zu tragen.

          Ludger Beerbaum (Riesenbeck) kennt das Gefühl. Er war 1994 in Den Haag WM-Vierter, 1998 in Rom Fünfter und damit erster Nicht-Finalist. Diesmal hatte er schon vor dem Springen am Samstag auf dem letzten Qualifikations-Platz 30 keine Chance mehr, das Finale zu erreichen, und verzichtete auf seinen Start mit der Stute Chiara. Obwohl als Zehnter theoretisch noch auf Schlagdistanz zur Spitze, hatte auch Christian Ahlmann (Marl) keine Hoffnung, sich verbessern zu können. Um seinen erst vor kurzem von einer rätselhaften Verletzung genesenen Hengst Codex One zu schonen, zog er zurück. Marcus Ehning (Borken) hingegen nutzte die Gelegenheit, seinen Schimmelhengst Cornado noch einmal zu präsentieren. Er kletterte von Platz 21 noch auf Platz 10.

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