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Equipe rettet Medaille : WM-Bronze für deutsche Springreiter

  • -Aktualisiert am

Retter der Medaille: Marcus Ehning bringt Bronze ins Ziel. Bild: EPA

Bronze und Olympia-Qualifikation: Für die deutschen Springreiter endet der Mannschaftswettbewerb nach einer Aufholjagd erfreulich. Marcus Ehning vollendet, was Simone Blum vorbereitet hat.

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          Die deutschen Springreiter haben den Neuanfang geschafft und dies mit einer Bronzemedaille bei den Weltreiterspielen in Tryon besiegelt. In einem nervenaufreibenden Kampf lieferte der 44 Jahre alte Routinier Marcus Ehning auf seinem Fuchswallach Pret a Tout die abschließende Null-Fehler-Runde, mit der die Equipe mit drei Neulingen sich den dritten Platz. Im Stechen um Gold gewann das Team aus Amerika gegen Schweden.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Der große Star des deutschen Quartetts aber ist Simone Blum. In das Einzelfinale am Sonntag, das über zwei weitere Runden ausgetragen wird, geht Simone Blum als Führende und könnte, sollte ihre Stute Alice ihre überragende Form halten, einen großen Coup landen. Auch Ehning als 12. und Laura Klaphake als 22. sind für den Kampf um die Einzelmedaillen qualifiziert.

          WM-Neuling Simone Blum gelang mit ihrer erstaunliche Stute Alice die dritte sichere Runde bei diesen Weltmeisterschaften. Im Zeitspringen am Mittwoch: fehlerfrei. Im zweiten Parcours am Donnerstag: fehlerfrei. In der Schlussrunde am Freitag: fehlerfrei. Ihre elfjährige Stute scheint von Tag zu Tag Kraft zu tanken, statt sie in der schwülen Hitze und den schweren WM-Parcours zu verlieren. „Dass ihr die Energie ausgeht, das gibt es glaube ich bei Alice nicht“, sagte die raketengleich an die Weltspitze aufgestiegene Amazone aus Zolling. Auch ein kleiner Schlenker, weil Alice sich kurz von einem Wassergraben hatte ablenken lassen, brachte ihre Reiterin nicht aus der Ruhe. Täglich muss Simone Blum ihre Erwartungen hochschrauben. Erst war sie froh, überhaupt für Tryon nominiert zu sein. Nun ist sie für das Einzel-Finale der 25 Besten am Sonntag qualifiziert, und das mit einer glänzenden Vornote, 2,47 Strafpunkten. Ein einziger Hindernisfehler wird mit vier Punkten bestraft. „Es ist einfach ein Traum“, sagte sei. Alice jedenfalls sei weiter superfit und habe viel Spaß auf ihrer ersten Amerika-Reise.

          Laura Klaphake hingegen fehlte „das letzte Quentchen Glück“, wie sie in tadellosem Sportler-Deutsch sagte. Ein sanftes Streifen der Hinterhand von Catch me if you can beim Aussprung der dreifachen Kombination genügte, dass eine Stange fiel. „Ich habe erst zwei Galoppsprünge später gehört, wie die Stange auf den Boden gefallen ist“, sagte die 24 Jahre alte Debütantin aus Mühlen. „Die Dreifache war einfach schwer“, erklärte sie achselzuckend. Die Stute schon zweimal vorher eine Stange berührt, jedes Mal ohne Folgen.  

          Herausragend: Simone Blum führt die deutsche Springreiter-Equipe an.

          Maurice Tebbel (Emsbüren) gelang mit seinem neunjährigen Hengst Don Diarado zwar die beste Runde seines Auftritts. Aber der 24-Jährige hatte sich seine erste Weltmeisterschaft anders vorgestellt. Wieder ein Abwurf, am gleichen Sprung wie Laura Klaphake, allerdings als Folge eines gröberen Fehlers – das Distanzproblem, das die Dreifache den Reitern stellte, war zu knifflig. „Das müssen wir wohl noch üben“, sagte Tebbel und deutete damit wohl an, dass seinem Pferd klobige Oxer nicht unbedingt liegen. Dazu noch ein Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung. Seine fünf Strafpunkte waren das deutsche Streichresultat, beim Finale ist er nicht dabei.

          Die Schweiz, als führende Nation in die letzte Runde gegangen, fiel auf Rang vier zurück. Jannika Sprunger, bis dahin mit ihrem Hengst Bacardi noch aussichtsreich auch im Einzelrennen, wurde nach einem völlig missratenen Anfang und zwei Verweigerungen eliminiert. So konnten die 13 Strafpunkte ihres Kollegen Werner Muff nicht im Streichresultat verschwinden – Absturz auf Rang vier.

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