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Sportmomente 2017 : Die goldrichtige Entscheidung des Wladimir Klitschko

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Ehemaliger Weltmeister, nun Jungunternehmer Wladimir Klitschko: „Geld hat mich nie interessiert“ Bild: Picture-Alliance

2017 hat sich das Leben für Wladimir Klitschko grundlegend geändert. Der Weltmeister im Schwergewichtsboxen beendete seine Karriere – eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut. Bei FAZ.NET berichtet er, welche Ziele er jetzt hat.

          Manche Gefühle kann man nicht in Worte fassen. Es gibt für sie keinen Begriff. Sie sind so komplex, dass man sie nur umschreiben kann – und selbst das ist schwierig. Der Moment, als für mich feststand, dass ich meine Karriere als Profisportler beenden werde, löste ein solches unbeschreibliches Gefühl aus. Irgendwie eine Mischung aus Erleichterung, Vorfreude und Wehmut. Was ich nie hatte – und bis heute nicht habe – sind Zweifel, ob die Entscheidung richtig war: Sie war sogar goldrichtig! Nicht meine Gesundheit, nicht eine andere Person, nicht irgendwelche Umstände: Ich allein habe meine eigene Entscheidung getroffen!

          Die Offerte für einen Rückkampf lag auf dem Tisch. Er hätte Millionen gebracht. Aber Geld hat mich nie motiviert. Geld ist immer nur ein Ergebnis von dem, was man macht – es sollte nicht der alleinige Grund sein, warum man es macht. Ich muss immer fühlen, ob etwas richtig oder falsch ist. Ich stelle mir dann vor, wie es ist, wenn ich ein bestimmtes Ziel nicht erreiche. Schmerzt es? Tut der Gedanke weh? Auf den Kampf zu verzichten schmerzte mich gar nicht. Als mir das bewusst wurde, stand die Entscheidung fest. Ein Ziel anzugehen, von dem man nicht „besessen“ ist, ist nicht das richtige Ziel.

          Neue Herausforderungen und Aufgaben

          In den wenigen Monaten nach der Entscheidung ist schon so viel Unglaubliches passiert. Ich habe vor 15.000 Menschen auf dem Web Summit in Lissabon über Challenge Management gesprochen. Mein gleichnamiges Buch stand nach nur vier Wochen auf der Bestsellerliste für Wirtschaftsbücher. Auf der weltgrößten SAP-Konferenz SAPPHIRE NOW konnte ich vor 20.000 Teilnehmern über Synergien zwischen Design-thinking und Challenge Management sprechen. Zusammen mit der Universität St. Gallen haben wir einen weiteren begeisterten Jahrgang von Studenten des CAS Change und Innovation Management verabschiedet.

          „Ein Ziel, von dem man nicht besessen ist, ist nicht das richtige Ziel“ Bilderstrecke

          Ich nehme jetzt neue Herausforderungen und Aufgaben an: als Entrepreneur, Unternehmer und Wegbereiter. Meine Obsession: Erfahrung zu teilen, damit Menschen ihre Willenskraft entdecken, in allen Lebens- und Arbeitsbereichen Probleme in Herausforderungen verwandeln und Ziele mit mehr Leichtigkeit erreichen. Und das ist ein sehr gutes Gefühl.

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