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Witali Klitschko : „Schlimmer kann nur ein Bürgerkrieg sein“

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Kampfbereit: der Politiker Witali Klitschko Bild: dapd

Box-Weltmeister Witali Klitschko sieht die Ukraine auf dem Weg zu diktatorischen Verhältnissen. Klitschko fordert Präsident Viktor Janukowitsch im F.A.Z.-Gespräch auf, die verhaftete Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko frei zu lassen.

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          Box-Weltmeister Witali Klitschko hat den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch aufgefordert, die verhaftete Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko frei zu lassen. „Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, aus ihr eine Jeanne d‘Arc zu machen. Sie hat in ihrer Amtszeit als Premierministerin genauso Finanzgruppen und Oligarchen unterstützt. Aber ihr Schicksal berührt mich“, sagte Klitschko der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das vollständige Gespräch über die Zustände in seinem Heimatland erscheint in der Samstagausgabe.

          Klitschko bot dem Präsidenten an, für Julija Timoschenko zu bürgen. Darüber hinaus ermahnte er Janukowitsch, wieder demokratische Bedingungen in seiner Heimat einzuführen. „Ich habe große Sorgen wegen der politischen Entwicklung in der Ukraine. Was dort passiert, entspricht nicht den Erwartungen des Volkes, nicht den demokratischen Ideen, nicht europäischen Werten. Der Präsident hat alle Macht auf sich konzentriert. Von den politischen Gegnern kommt einer nach dem anderen ins Gefängnis.“

          Kampf ohne Regeln

          Der prowestliche Klitschko hat wegen seiner politischen Aktivitäten immer wieder sein Training für den Titelkampf gegen den Polen Tomasz Adamek am 10. September in Breslau unterbrochen. Er sieht die Ukraine wegen des Moskau-orientierten Kurses von Janukowitsch auf dem Weg zu weißrussischen, diktatorischen Verhältnissen. Leider, sagte Klitschko der F.A.Z., gerate die Ukraine immer mehr in den Ruf eines autoritären Staates.

          Der Machtkampf um die Führung erinnert ihn an einen Kampf ohne Regeln: „Schlimmer kann nur ein Bürgerkrieg sein.“ Der 40 Jahre alte Klitschko hat politische Interessen. Vor eineinhalb Jahren gründete er die Ukrainische Demokratische Allianz (UDAR). Im nächsten Jahr will er mit der UDAR an den Parlamentswahlen teilnehmen.

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