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Windsurf-Weltmeister Köster : „Mein Glück könnte nicht größer sein“

  • Aktualisiert am

Philipp Köster: zum fünften Mal Weltmeister und bald zum ersten Mal Vater Bild: dpa

Das Wasser ist sein Element, doch Weltmeister der Waverider wird der 25-jährige Deutsch-Kanare Philip Köster an Land. Richtig glücklich macht ihn eine Nachricht seiner Partnerin Manca Notar.

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          Sein liebstes Element ist das Wasser, doch seinen fünften WM-Titel gewann Windsurf-Star Philip Köster an Land. Tagelang hatten der 25-Jährige und seine Konkurrenten beim Weltcup-Finale vor Maui auf Hawaii auf Wind gewartet, um in die Rückrunde zu starten.

          An diesem Donnerstag (Ortszeit) entschied sich die Rennleitung dann gegen einen weiteren Start – womit Kösters Konkurrenten Victor Fernandez (Spanien), Marcilio Browne (Brasilien) und Ricardo Campello (Venezuela) keine Chance mehr hatten, den Deutschen noch einzuholen. Für Köster war dies gleichbedeutend mit dem abermaligen Triumph in der Disziplin Waveriding nach 2011, 2012, 2015 und 2017. „Ich bin so unglaublich happy über diesen Titel. Gerade nach meiner schweren Sprungverletzung 2016 weiß ich solche Momente noch mehr zu schätzen“, sagte der auf Gran Canaria aufgewachsene Sohn Hamburger Auswanderer.

          Vor drei Jahren hatte er wegen eines Kreuzbandrisses lange aussetzen müssen, sich danach in einem Kraftakt zurück an die Weltspitze gekämpft und schon 2017 den Titel geholt. „Es war am Ende sehr knapp und eine echte Zitterpartie“, sagte Köster, der den WM-Titel gewonnen hat, ohne einen Sieg bei den vier Weltcup-Stopps auf seiner Heimatinsel Gran Canaria, Teneriffa, Sylt oder Hawaii eingefahren zu haben. Doch im hart umkämpften Titelrennen war er mit drei Podestplätzen der konstanteste Athlet. „Das hat sich ausgezahlt“, sagte Köster.

          Spektakulärer Surfer: Waveriding-Champion Philip Köster (bei einem Weltcup vor Sylt)
          Spektakulärer Surfer: Waveriding-Champion Philip Köster (bei einem Weltcup vor Sylt) : Bild: dpa

          Groß feiern wollte er auf Hawaii nicht. „Wer mich kennt, weiß, dass ich kein großer Partytyp bin. Ich werde mit meiner Lebensgefährtin und ein paar Freunden einen gemütlichen Abend verbringen und den Moment genießen“, sagte der neue Weltmeister. Auch privat hat er sein Glück gefunden: Er und seine slowenische Freundin Manca Notar werden im kommenden Jahr Eltern einer Tochter.

          300 Tage im Jahr auf dem Wasser

          Köster war 2011 im Alter von 17 Jahren der erste deutsche Windsurfer, der im Waveriding triumphierte. Damals entstand sein Spitzname „Windsurf-Wunderkind“. Von seiner Sprunggewalt hat der 1,93 Meter große Athlet bis heute nichts verloren. Seine Erfolge hat er vor allem seinen Eltern Rolf und Linda zu verdanken. „Ich habe meine ersten Tricks von ihnen gelernt, sie haben immer an mich geglaubt, mich immer unterstützt“, erzählte er.

          300 Tage im Jahr verbringt der gut 90 Kilogramm schwere Sportler mit dem spektakulären Surfstil auf dem Wasser. Jährlich hat er rund 30 verschiedene Boards unter den Füßen. Für ihn soll die Karriere noch lange weitergehen. Auf die Frage, wo er sich in zehn Jahren sieht, sagte Köster: „Ich will so viele Titel wie möglich gewinnen. Und vielleicht eine Surfschule aufmachen.“

          Doch ein Traum bleibt wohl unerfüllt. „Windsurfen ist zwar olympisch. Nicht aber meine Disziplin, das Waveriding. Wäre es anders, würde ich alles daran setzen, dabei zu sein und vielleicht sogar eine Medaille zu gewinnen“, hatte Köster schon vor den Spielen in Rio gesagt. Doch so wird auch Olympia in Tokio im nächsten Jahr für ihn keine Option.

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