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Wimbledon : Tennis zwischen Hoffen und Bangen – von 9 bis 21 Uhr

Venus Williams sucht einen Platz im Trockenen Bild: REUTERS

Warten, warten und noch einmal warten. In Wimbledon bestimmt das Wetter den Spielplan. Und die Kritik der Tennisprofis an den Organisatoren des Turniers wird angesichts der zahlreichen Regenverzögerungen lauter. Aus London berichtet Peter Penders.

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          Gar nicht so einfach, in diesen Tagen den Überblick in Wimbledon zu bewahren, denn irgendwie war das Turnier ins Stocken geraten, und viel Neues gab es nicht zu berichten. Nur häppchenweise waren die Herrenspiele des unteren Tableaus vorangekommen, und besonders arg hatte es Rafael Nadal und Robin Söderling getroffen.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Am Samstag hatten der Spanier und der Schwede ihre Partie begonnen und nicht beendet, am Montag wurde sie fortgesetzt und nicht beendet, am Dienstag ging es weiter, aber noch immer nicht bis zum Schluß, und erst am Mittwoch stand mit Nadal der 6:4-,6:4-,6:7-,4:6 und 7:5-Sieger fest. Für die Spielzeit von vier Stunden und fünf Minuten benötigten sie fünf Tage. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das war das härteste Spiel meiner Karriere“ sagte Nadal. Vorjahresfinalistin Justine Henin aus Belgien im Viertelfinale setzte sich an diesem Mittwoch gegen Serena Williams mit 6:4, 3:6, 6:3 durch und trifft in der Vorschlussrunde auf die Französin Marion Bartoli. Venus Williams schaffte im Duell der Wimbledon-Siegerinnen dagegen ein 6:1, 6:3 gegen Maria Scharapowa und zog als letzte Spielerin in die Runde der letzten Acht ein (Siehe auch: Tennis: Ergebnisse von den ATP-Turnieren).

          Würfeln und essen

          Warten, warten und noch einmal warten – auch Nicolas Kiefer war es nicht anders ergangen. Hätte ihm jemand vor dem Turnier gesagt, er würde am Mittwoch der zweiten Woche noch im Wettbewerb verblieben sein, hätte er diesen Handel vermutlich sofort unterschrieben. Allerdings war es auch für den Holzmindener erst das Drittrundenspiel gegen den Weltranglistenvierten Novak Djokovic. Nach der 6:7-, 7:6-, 1:6- und 6:7-Niederlage ärgerte sich Kiefer weniger über die vielen Unterbrechungen als über eine verpasste Chance: „Da wäre mehr möglich gewesen, wenn ich mehr riskiert hätte.“

          Michaella Krajicek wird im Viertelfinale gegen Marion Bartoli nass gemacht
          Michaella Krajicek wird im Viertelfinale gegen Marion Bartoli nass gemacht : Bild: dpa

          Kiefer durfte mit seiner Leistung zufriedener sein als er es tatsächlich war, denn er ist gerade erst nach einjähriger Verletzungspause wieder auf die Profitour zurückgekehrt. Auch ohne große Spielpraxis hatte er bei schwierigen Bedingungen mit einem Weltklassespieler mitgehalten (Siehe auch: Wimbledon: Kiefer als letzter deutscher Tennisprofi ausgeschieden).

          Zustände wie im Zoo

          Was aber machen die Spieler bei diesen vielen Regenunterbrechungen? Besonders in den ersten Runden sind diese erzwungenen Pausen besonders unwillkommen, denn durch die vielen im Wettbewerb verbliebenen Spieler geht es in den Umkleide- und Aufenthaltsräumen besonders eng zu. „Man würfelt, und vor allem isst man was, weil man ja immer aufgerufen werden kann. Vermutlich habe ich ein paar Kilo zugenommen“, sagte Kiefer. Oder aber er hat die Kalorien beim Aufwärmprogramm gleich wieder verloren. Denn noch häufiger, als die Fortsetzung der Partien per Lautsprecher angekündigt worden, war den Spielern schon vorsichtshalber erklärt worden, dass es möglicherweise bald weitergehen könne.

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