https://www.faz.net/-gtl-710vw

Wimbledon : Kohlschreiber besser als Nadal

  • Aktualisiert am

Nach nur 97 Spielzeit steht Philipp Kohlschreiber im Achtelfinale Bild: dpa

Rafael Nadal besiegte er sensationell, Philipp Kohlschreiber ist jedoch zu stark für den Tschechen Lukas Rosol. Damit stehen erstmals seit 1995 vier Deutsche im Achtelfinale in Wimbledon. Julia Görges indes scheidet aus.

          2 Min.

          Philipp Kohlschreiber ist mit einem souveränen Sieg gegen Nadal-Bezwinger Lukas Rosol erstmals ins Achtelfinale des Tennisturniers von Wimbledon eingezogen. Die deutsche Nummer 1 setzte sich am Samstag gegen den Weltranglisten-100. aus Tschechien mit einer klasse Leistung 6:2, 6:3, 7:6 (8:6) durch. Nach nur 1:37 Stunden Spielzeit verwandelte der an Nummer 27 gesetzte Augsburger seinen vierten Matchball.

          „Das war von Anfang bis Ende ein fast perfektes Match“, sagte Kohlschreiber. „Wenn’s jetzt auch noch mit dem Viertelfinale klappt, wär’s natürlich unmenschlich geil!“ Der 28-Jährige trifft nun auf den amerikanischen Qualifikanten Brian Baker - eine lösbare Aufgabe. „Es ist eine großartige Chance, wenn man unter den letzten 16 Mal nicht auf Roger Federer, Nadal oder Andy Murray - also einen der großen Jungs - trifft“, sagte Kohlschreiber.

          Vor Kohlschreiber waren bereits Sabine Lisicki (Berlin) und Angelique Kerber (Kiel) sowie Herren-Spieler Florian Mayer (Bayreuth) weitergekommen. Damit stehen erstmals seit 1995 vier deutsche Tennisprofis in der Runde der besten 16 bei dem berühmtesten Rasenturnier der Welt. Damals waren es Alexander Mronz, Boris Becker, Anke Huber und Steffi Graf.

          Ausgeschieden ist dagegen die Bad Oldesloerin Julia Görges, die sich nach hartem Kampf mit 6:3, 3:6, 4:6 der früheren Weltranglisten-Ersten Ana Ivanovic aus Serbien geschlagen geben musste. „Am Ende war es einfach ein bisschen unglücklich. Und natürlich ist man enttäuscht, wenn man weiß, dass man ein gutes Match gespielt hat, aber zwei, drei kleine Sachen nicht gereicht haben“, sagte die 23-jährige Görges nach ihrer starken kämpferischen Leistung bei einmal mehr böigen Winden.

          „Sehr schade. Jule hat bis zum Schluss alles gegeben und kann sich nichts vorwerfen. Sie hätte es verdient gehabt, in die zweite Woche zu kommen“, meinte eine zufriedene Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.

          Julia Görges startet furios, verliert aber die Sätze zwei und drei - und damit das Spiel

          Kohlschreiber, Sieger des ATP-Turniers von München, egalisierte sein bisher bestes Grand-Slam-Ergebnis. Im Achtelfinale hatte der Weltranglisten-30. bereits dreimal bei den Australian Open (2005, 2008, 2012) und einmal bei den French Open (2009) gestanden. Rosol hatte am Donnerstag für die bisherige Turnierüberraschung gesorgt, als er den zweifachen Wimbledon-Champion und Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal in fünf Sätzen bezwungen hatte.

          Der Nobody konnte gegen Kohlschreiber aber nicht an das großartige Match gegen den Spanier, das der frühere britische Tennisprofi Tim Henman als „Freak-Performance“ bezeichnet hatte, anknüpfen. Kohlschreiber dagegen präsentierte sich vom ersten Ballwechsel an hochkonzentriert und überzeugte nicht zuletzt mit 12 Assen.

          „Ich war natürlich sehr froh, dass ich nicht gegen Nadal spielen musste, dann wären meine Chancen 10:90 Prozent gewesen. So war es 50:50. Und ich habe einfach gehofft, dass Rosol nicht noch einmal so einen Tag erwischt.“

          Die frühere Weltranglisten-Erste Ana Ivanovic zieht ins Achtelfinale ein

          Serena Williams zog unterdessen mit einem Zittersieg ins Achtelfinale ein. Die 30-jährige Amerikanerin setzte sich gegen Zheng Jie aus China mit 6:7 (5:7), 6:2, 9:7 durch. Um auch nach dem sechsten Duell mit der Nummer 27 der Tenniswelt eine makellose Bilanz zu behalten, benötigte Williams 2:28 Stunden Spielzeit.

          Die viermalige Wimbledon-Siegerin gilt neben der Weltranglisten-Ersten Maria Scharapowa aus Russland als Top-Favoritin auf den Titel. Die Nummer sechs der Weltrangliste trifft nun auf die Kasachin Jaroslawa Schwedowa, die die French-Open-Finalistin Sara Errani aus Italien mit 6:0, 6:4 besiegte.

          Versöhnliches Ende nach fünfeinhalb Stunden: Querrey (l.) und Sieger Cilic

          Geschichte schrieben am Abend noch der Kroate Marin Cilic und der Amerikaner Sam Querrey. Cilic gewann das zweitlängste Match der bisherigen Wimbledon-Geschichte nach 5:31 Stunden 7:6, 6:4, 6:7, 6:7, 17:15. Alleine der fünfte Satz dauerte über zwei Stunden. Unerreicht blieb damit allerdings das Marathon-Duell zwischen John Isner und Nicolas Mahut. 2010 hatten die beiden 11:05 Stunden lang um den Sieg gerungen. Im Achtelfinale trifft Cilic nun an diesem Montag auf den an vier gesetzten Briten Andy Murray.

          Weitere Themen

          Liverpool stottert den hundert Punkten entgegen

          Premier League : Liverpool stottert den hundert Punkten entgegen

          Der FC Liverpool muss nach einem Unentschieden gegen Burnley aus den verbleibenden drei Spielen noch sieben Punkte einspielen für die angestrebte Hundert-Punkte-Marke. Ein deutscher Landsmann von Jürgen Klopp muss derweil in die Zweitklassigkeit.

          Topmeldungen

          Amerikas Präsident Donald Trump

          Coronavirus-Pandemie : Trump trägt jetzt Maske

          Amerikas Präsident lehnte es lange ab, wegen der Corona-Pandemie eine Gesichtsmaske zu tragen. Nun zeigt sich Donald Trump doch mit Mund-Nasen-Schutz. Die Zahl der Neuinfektionen in seinem Land steigt unterdessen auf ein neues Rekordhoch.
          Für Sebastian Vettel läuft die Zeit bei der „Scuderia“ – bis Jahresende sitzt der Heppenheimer noch im Cockpit von Ferrari.

          Formel 1 : Die Gespenster im Kopf von Sebastian Vettel

          Die Zeit bei Ferrari geht für Sebastian Vettel zu Ende – das zehrt am viermaligen Weltmeister. Wo soll der einst so erfolgsverwöhnte Formel-1-Pilot hin?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.