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Wimbledon : Hewitt jagt Seriensieger Federer

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Überflieger Lleyton Hewitt Bild: AP

Der Australier Lleyton Hewitt kann nach seinem Achtelfinalsieg weiter von der Ablösung Roger Federers träumen, der seit 2003 alle Wimbledon-Turniere gewann. Erstmals seit 1911 steht kein Amerikaner in der Runde der letzten Acht.

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          Lleyton Hewitt und Rafael Nadal haben die heiße Phase bei der Jagd auf Wimbledon-Champion Roger Federer eröffnet. Während sich Justine Henin-Hardenne, Kim Clijsters und Maria Scharapowa am Montag als erste Anwärterinnen auf die Nachfolge der früh gescheiterten Venus Williams aus Amerika präsentierten, zog der Titelträger von 2002 in die Runde der letzten Acht ein.

          In der brütenden Hitze von London setzte sich der Australier zum Auftakt der zweiten Woche des Grand-Slam-Tennisturniers mit 6:4, 6:4, 4:6, 7:5 gegen den Spanier David Ferrer durch. Dessen Landsmann Nadal kam zu einem 6:3, 7:6 (7:4), 6:3-Erfolg gegen den Georgier Irakli Labadse und kann nun wie sein Gegner Jarkko Nieminen aus Finnland sein erstes Viertelfinale auf dem „Heiligen Rasen“ bestreiten.

          Federer gegen Ancic, Hewitt gegen Baghdatis

          Der dreimalige Champion Federer blieb derweil auch gegen Tomas Berdych ohne Satzverlust. Wie aus einem Guß trumpfte der Schweizer bei seinem 45. Rasen-Sieg auf und zeigte beim 6:3, 6:3, 6:4 einmal mehr, daß er dem Haas-Bezwinger aus Tschechien die Niederlage von den Olympischen Spielen in Athen nie vergessen wird. „Gegen ihn bin ich immer doppelt motiviert.“ Das gilt auch für Mario Ancic, seinen nächsten Gegner. „Er hat viel Erfahrung auf Gras. Das wird schwer“, sagte Federer, der gegen den Kroaten vor vier Jahren in der ersten Wimbledon-Runde die letzte Niederlage auf Rasen kassiert hatte.

          Aus gegen Marcos Baghdatis: der Schotte Andy Murray
          Aus gegen Marcos Baghdatis: der Schotte Andy Murray : Bild: REUTERS

          Queens-Sieger Hewitt, der als letzter Tennisprofi vor Roger Federer 2002 an er Church Road gewonnen hat, spielt nun gegen Marcos Baghdatis aus Zypern. Der Australian-Open-Finalist schlug den Schotten Andy Murray zum Schrecken der britischen Tennisfans mit 6:3, 6:4, 7:6 (7:2). „In der ersten Runde wäre er fast gegen einen Qualifikanten ausgeschieden, und jetzt gewinnt er so souverän“, sagte der Australier. „Es wird nicht leicht. Auch deshalb nicht, weil ich noch keinen Ball mit ihm geschlagen habe.“

          Viertelfinale erstmals seit 1911 ohne amerikanische Beteiligung

          Justine Henin-Hardenne will zum ersten Mal in Wimbledon triumphieren und ihre Grand-Slam-Sammlung damit komplett machen. Der Slowakin Daniela Hantuchova ließ sie beim 6:3, 6:1-Erfolg nicht den Hauch einer Chance. Qualifikantin Severine Bremond aus Frankreich sollte ebenso wenig ein Stolperstein für die French-Open-Siegerin sein. Die zweite Belgierin, US-Open-Siegerin Kim Clijsters, erwartet Na Li, die als erste Chinesin ein Grand-Slam-Viertelfinale erreichte.

          Ein Debakel erlebten die amerikanischen Tennisprofis. Shenay Perry, die gegen Jelena Dementjewa ausschied, verabschiedete sich als letzte Spielerin der einstigen Tennis-Großmacht aus dem Einzel-Wettberwerb, der im Viertelfinale erstmals seit 1911 ohne amerikanische Beteiligung stattfindet - sowohl bei den Damen als auch bei den Herren.

          Grönefeld wenigstens im Doppel im Viertelfinale

          „Das wird hart; es waren immer enge Matches gegen sie“, sagte Maria Scharapowa, die am Viertelfinal-Dienstag Dementjewa gegenüber steht. „Ich muß bereit sein für einen weiteren großen Kampf.“ Dritte Russin im Bunde ist Anastasia Myskina. Die French-Open-Siegerin von 2004 stoppte Williams-Bezwingerin Jelena Jankovic mit 6:4, 7:6 (7:5) und erwartet nun die top-gesetzte Amelie Mauresmo aus Frankreich.

          Während die 21jährige Anna-Lena Grönefeld im Duett mit der Amerikanerin Meghann Shaughnessy wenigstens im Doppel die Runde der letzten Acht schaffte, erlebt der 34jährige Jonas Björkman seinen dritten Frühling. Der Schwede, der an der Church Road von 2002 bis 2004 im Doppel mit seinem australischen Partner Todd Woodbridge erfolgreich war, schaffte bei seinem 13. Auftritt in Wimbledon durch ein 6:3, 7:6 (8:6), 4:6, 2:6, 6:3 gegen den Weißrussen Max Mirnyi, seinen aktuellen Doppel-Partner, erst zum zweiten Mal nach 2003 den Sprung ins Viertelfinale gegen den Tschechen Radek Stepanek.

          French-Open-Sieger Rafael Nadal verwahrte sich unterdessen gegen Anschuldigungen der französischen Zeitung „Journal du Dimanche“. Darin war behauptet worden, der Spanier sei Kunde des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes. „Das ist absolut falsch. Rafael hat damit nichts zu tun, er hat nichts Falsches gemacht“, sagte sein Onkel und Trainer Tony Nadal der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstag-Ausgabe). Dem „Journal du Dimanche“ warf er Rufschädigung vor, ließ aber offen, ob juristische Schritte eingeleitet werden.

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