https://www.faz.net/-gtl-t1mn

Wimbledon : Federer gewinnt auch gegen den Regen

  • Aktualisiert am

Roger Federer glückt die Revanche Bild: REUTERS

Roger Federer hat auf dem Weg zum möglichen vierten Titel das Halbfinale des Tennisturniers in Wimbledon erreicht. Er trifft auf den Schweden Jonas Björkman. Marcos Baghdatis aus Zypern bezwang den Australier Lleyton Hewitt.

          2 Min.

          „Rain Man“ Roger Federer blickt auf seinem Weg zum vierten Wimbledon-Triumph weder links noch rechts und schon gar nicht zurück. Auch der starke Mario Ancic, der dem Schweizer vor vier Jahren auf dem „Heiligen Rasen“ die letzte Niederlage auf seinem Lieblingsbelag beigebracht hat, konnte dem seit 46 Matches auf Gras ungeschlagenen Branchenprimus im Viertelfinale der All England Championships nicht gefährlich werden.

          Im Regen-Geduldsspiel von London revanchierte sich Federer am Mittwoch mit 6:4, 6:4, 6:4 für die Erstrunden-Pleite von 2002. Es war der vierte Erfolg im fünften Vergleich mit dem langen Tennisprofi aus Kroatien.

          Björkman Gegner im Halbfinale

          „Das war eines meiner besten Spiele hier in Wimbledon“, sagte Federer und ergänzte lächelnd: „Ich habe den Ball heute wieder mal sehr gut gesehen.“ Dabei sei es nicht so einfach gewesen mit all den Regen-Unterbrechungen. „Und ich wußte, wie schwer es gegen Mario wird, schließlich hat er mich hier schon einmal geschlagen. Das habe ich nicht vergessen.“

          Auf dem Weg zum vierten Sieg in Wimbledon?
          Auf dem Weg zum vierten Sieg in Wimbledon? : Bild: REUTERS

          Im Halbfinale wird am Freitag überraschend Jonas Björkman sein nächster Kontrahent sein. Der 34jährige Schwede setzte sich mit 7:6 (7:3), 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (9:7), 6:4 gegen den Tschechen Radek Stepanek durch. Björkman, der im Doppel mit dem Australier Todd Woodbridge drei Mal in Wimbledon gewonnen hat, erreichte zum zweiten Mal im Einzel das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers, was ihm bislang nur 1997 bei den US Open gelungen war.

          Erste Pause nach 13 Minuten

          Nach sieben Tagen schönsten Wetters war der Regen zurück nach Wimbledon gekommen. Quälend lange dauerte es deshalb für Federers Konkurrenten, ehe sie zu ihren Viertelfinals auf den Platz durften. Der Spanier Rafael Nadal und sein Gegner Jarkko Nieminen aus Finnland mußten dagegen unverrichteter Dinge in die Warteschleife, weil Björkman/Stepanek 4:03 Stunden auf dem Platz standen. Ihr Viertelfinale wird an diesem Donnerstag ausgetragen.

          Marcos Baghdatis hat zum ersten Mal das Halbfinale erreicht. Der Australian-Open-Finalist aus Zypern setzte sich mit 6:1, 5:7, 7:6 (7:5), 6:2 gegen den Australier Lleyton Hewitt durch, der das Turnier 2002 gewonnen hatte. Der Gegner von Baghdatis wird zwischen Nadal und Nieminen ermittelt.

          „Ich habe sehr konzentriert gespielt und bin froh, daß ich so glatt gewonnen habe“, sagte Federer. Der dreimalige Wimbledonsieger leistete sich wieder keinen Satzlust, obwohl auch Ancic eine starke Leistung zeigte. Nach nur 13 Minuten mußte der Weltranglisten-Erste den Center Court zum ersten Mal mit seinem Kontrahenten im Schlepptau fluchtartig verlassen. Doch als der Regen nach einer guten Stunde abgezogen war, gewann er gleich die ersten drei Punkte und nahm dem Kroaten den Aufschlag ab.

          Demonstranten mit Tennisschlägern

          Die Dominanz hielt an und es schien, als wolle Federer mit aller Macht einer weiteren quälenden Warterei entkommen. Beim 3:2 im zweiten Durchgang war die „Trockenphase“ aber schon wieder vorbei. „Game suspended“ (Spiel unterbrochen), hieß es, und die Planen wurden abermals über den Center Court gezogen. Wer aber drei Mal in Wimbledon triumphieren kann, der kennt diese Pausen und hat bewiesen, daß er damit umzugehen weiß. Federer machte nach dem Wiederbeginn dort weiter, wo er aufgehört hatte und zog, als sei nichts geschehen, souverän in die Runde der letzten Vier ein.

          Nach dem „Flitzer“ vom Vortag kam es auf dem Center Court abermals zu einem Zwischenfall. Zwei Demonstranten mit Tennisschlägern sprangen während der Partie zwischen Federer und Ancic auf den Platz und begannen zu spielen, ehe sie von Polizisten festgenommen wurden. Es soll sich um Mitglieder einer Gruppe von Vätern handeln, die für ihre Rechte kämpfen. Der veranstaltende All England Club denkt nun nach eigenen Angaben darüber nach, die Spieler sogar durch einen Zaun zu schützen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundestagswahl : Diese Politiker treten 2021 nicht mehr an

          Nicht nur die Bundeskanzlerin will nächstes Jahr aufhören – auch viele andere prominente Politiker ziehen sich nach der Bundestagswahl zurück. Einer aber will unbedingt weitermachen. Dabei ist er jetzt schon Rekordhalter.
          Der Pianist Igor Levit engagiert sich auch politisch: hier am 9. November 2018 auf der 43. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Leipzig.

          SZ und Igor Levit : Der Druck der Masse

          Erst veröffentlicht die „Süddeutsche Zeitung“ eine Polemik gegen den Pianisten Igor Levit, dann entschuldigt sie sich dafür. Was geht da eigentlich vor?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.