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Judo-WM : Wieczerzak holt sensationell Gold

Sichtbare Freude: Alexander Wieczerzak ist Judo-Weltmeister Bild: AP

Größter Erfolg des deutschen Judo seit einem Jahrzehnt: Alexander Wieczerzak gewinnt den Weltmeistertitel in der Klasse bis 81 Kilogramm. Seit dem Olympiasieg von Ole Bischoff warteten die deutschen Judoka auf einen vergleichbaren Triumph.

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          Mit einer Verbeugung vor Bundestrainer Richard Trautmann zeigte Alexander Wieczerzak im Momentseines größten Triumphs, dass er nicht nur ein herausragender Athlet ist, sondern auch ein reifer Sportsmann, der die Etikette des Judo-Sports verinnerlicht hat. Und der einzuschätzen weiß, wem er einen Teil seines Erfolgs zu verdanken hat. Wieczerzak gewann am Donnerstag in Budapest völlig überraschend den WM-Titel in der Klasse bis 81 Kilogramm. Mit einem Würgegriff gegen Matteo Marconcini vollendete er im Finale nach 1:56 Minute Kampfzeit seinen herausragenden Kampftag. Der Italiener klopfte ab als Zeichen der Aufgabe und der junge Deutsche sicherte sich mit seinem einzigen Ippon an diesem Tag die Goldmedaille.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Zuvor hatte der 26 Jahre alte Judoka vom JC Wiesbaden fünf Kämpfe gegen starke Gegner hochkonzentriert für sich entschieden. Olympiasieger Khasan Khalmurzaev aus Russland sowie dessen Landsmann Alan Khubetsov, Europameister und Weltranglistenerster, bezwang er jeweils der mittleren Wertung. Gegen den Kanadier Antoine Valois-Fortier und den Chinesen Eri Hemubatu setzte er sich per Golden Score in der Verlängerung durch. Und im Kampf gegen den Ungarn Laszlo Csoknyai  musste sich Wieczerzak auch gegen das Publikum behaupten. Es war wirklich kein leichter Weg, den er gehen musste, weder an diesem Tag in Budapest, noch in den Monaten zuvor. Das gefährliche Dengue-Fieber, ein Rippenbruch und ein Muskelfaserriss hatten ihn binnen einen Jahres heimgesucht. Dazu musste er sich einer Ellenbogen-Operation unterziehen. Die Olympiateilnahme verpasste der Sportsoldat und BWL-Student dennoch nur knapp. Nach der ersten Enttäuschung setzte er „Tokio 2020“ für „Rio 2016“ als Ziel seiner Träume und begann von vorne.

          Ein Konditionstrainingslager auf Teneriffa und zwei Technikeinheiten in Südkorea und Japan brachten ihm die Gewissheit, es schaffen zu können. Und auch wenn er in der Weltrangliste auf Platz 124 abgerutscht war, glaubte der Hesse an sich und sein Können. Das nötige Vertrauen bekam er von Bundestrainer Trautmann geschenkt, unter dessen Führung Wieczerzak schon 2010 Junioren-Weltmeister war, der aber erst seit diesem Jahr für die erste Garde verantwortlich ist. Und so schämte er sich auch seiner Tränen nicht, als die Nationalhymne für ihn gespielt wurde. Alexander Wieczerzak stand bei null und ist nun Weltmeister in der prestigeträchtigsten aller Gewichtsklassen.

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