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Invictus Spiele : Aus dem Krieg in ein neues Leben

Der Brite Mark Ormrod macht sich bereit für einen Schwimm-Wettkampf bei den Invictus Spielen. Bild: EPA

Bei den Invictus Spielen in Sydney treten versehrte Soldaten gegeneinander an. Der Sport soll ihnen helfen, in den Alltag zurückzufinden. Doch es ist ein schwerer Weg.

          7 Min.

          Das Gesicht seines Opas prangt auf dem rechten Unterschenkel von Jens Ruths. Der linke ist eine schwarze Prothese. „Das Tattoo von meinem Großvater habe ich mir direkt danach stechen lassen. Er war derjenige, mit dem ich in den Monaten nach dem Unfall am besten reden konnte“, sagt er. Für den Hauptfeldwebel der Bundeswehr gibt es ein Leben, bevor er im Kosovo auf eine Mine trat, als er einem Kameraden das Leben rettete. Und eines danach. Das danach ist schwer. Es dauert nun schon zehn Jahre. Ruths tastet sich in ein neues Leben zurück. Erst verzweifelt. Später wütend, weil ihm die Bundeswehrärzte lange Zeit die falsche Prothese verordneten. Nun aber endlich kämpferisch. Ein Meilenstein auf diesem langen, schweren Weg liegt in diesen Stunden im fernen Sydney. Denn dort ringen gut fünfhundert Soldaten, die wie Ruths während ihres Dienstes seelisch oder körperlich verletzt wurden, bei den Invictus-Spielen um sportliche Anerkennung.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          „Für mich ist das kein Urlaub in Australien. Wir vertreten Deutschland“, sagt Ruths. Wie die anderen hier verdankt er seinen Einsatz bei den Spielen der „Gruppe Sporttherapie nach Einsatzschädigung“ im westfälischen Ort Warendorf. An der Georg-Leber-Kaserne dort bildet die Bundeswehr ihre Trainer- und Sportlehrer aus, das Sportmedizinische Institut macht die Leistungsdiagnostik für die Spitzensportler in Oliv. Seit einigen Jahren kümmern sich aber auch inzwischen elf Therapeuten um die körperliche und seelische Hilfe Versehrter.

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