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Rugby-Star Sonny Bill Williams : Vierzig Mal mehr Gehalt als der Durchschnitt

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Künftig in Kanada aktiv: Sonny Bill Williams (Mitte), hier mit Neuseeland bei der Rugby-WM in Japan Bild: AFP

Erst ein äußerst verwegener Plan, dann ein transatlantisches Geschäftsmodell: Wie Rugby-Ikone Sonny Bill Williams in Toronto gelandet ist und warum er dort so viel mehr verdient als alle anderen.

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          Auf dem Weg hinauf in die höchsten Gefilde des Sports haben die Eigentümer der Toronto Wolfpack schon häufiger den Rahmen des Gewohnten gesprengt. Nicht nur im April vor drei Jahren, als sie ihr ungewöhnliches Vorhaben bekanntgaben: die Gründung eines professionellen kanadischen Rugby-Teams, das als Außenposten einer ambitionierten englischen Liga das Spiel in neue Märkte tragen soll. Die Aufnahmegebühr schien mit 500.000 Dollar überschaubar. Und die Verpflichtung, die Kosten für die Anreise und die Übernachtung von Teams aus Europa zu übernehmen, schreckte die Investoren nicht ab. Schon gar nicht den Mehrheitseigner, den australischen Multimillionär David Argyle, der im internationalen Kali-Bergbau reich geworden ist.

          „Spiel der Gladiatoren“

          Eine Rugby-Mannschaft in einem Land aus dem Boden zu stampfen, in dem sich die Menschen hauptsächlich für Eishockey begeistern und in Maßen für Mannschaftssportarten wie Football, Basketball und Baseball, war zwar verwegen. Aber die Pioniere sahen viele neue Vermarktungsansätze. „Rugby ist das Spiel der Gladiatoren“, sagt Argyle. Die seien mit ihrem Pensum an Verletzungen so etwas wie die idealen Vorzeigefiguren für den Umgang mit den daraus resultierenden Schmerzen. Weshalb die Wolfpack mittlerweile mit einer Firma zusammenarbeitet, die Cremes mit dem Wirkstoff Cannabidiol herstellt. Über die aus der Hanfpflanze gewonnene Substanz, die seit der Legalisierung in Kanada 2018 im großen Stil angebaut wird, dürfen zwar offiziell keine therapeutischen Wirkungen behauptet werden. Aber einen Bezug zum Sport herzustellen ist nicht verboten. So kam man denn auch auf einen knackigen Namen für die Paste. Sie heißt „Rugby Strength“.

          Aufmunterung nach dem enttäuschenden dritten Platz bei der WM: Sonny Bill Williams mit seiner Tochter in Japan

          Noch größere Schlagzeilen produzierte der Klub erst vor ein paar Tagen. Da gab man bekannt, dass Toronto mit Sonny Bill Williams eine veritable Rugby-Ikone unter Vertrag genommen hat; Williams stand gerade im Kader der Neuseeländer bei der Weltmeisterschaft in Japan. Der Neuseeländer, der mit seinen 34 Jahren womöglich bereits über den Zenit hinaus ist, kommt im Rahmen eines Zweijahresvertrages für umgerechnet rund sechs Millionen Euro nach Kanada, wo er aufgrund einer Ausnahmeregelung für Starspieler vierzigmal so viel verdient wie der durchschnittliche Akteur in der Super League.

          Diese in England ansässige Profiliga trägt ihre Begegnungen nach dem Regelwerk des Dreizehner-Rugby aus. Offiziell wird Williams, der „vermutlich talentierteste Rugby-Spieler aller Zeiten“ und eine „weltumspannende Berühmtheit“, wie die kanadische Zeitung „National Post“ den Neuerwerb stolz ihren Lesern anpries, allerdings nicht an diesem Donnerstag an seiner neuen Wirkungsstätte vorgestellt, sondern in London. Das erspart dem All-Blacks-Veteranen, zuletzt bei den Auckland Blues aktiv, ein Stück des Weges. Denn die neue Saison beginnt erst im Februar.

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