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Männerkult und Kinderkämpfe : Die schaurige Begeisterung des Machthabers

Symbolfigur männlicher Stärke: Ramsan Kadyrow (rechts) gratuliert dem Kampfsport-Star Khabib Nurmagomedow. Bild: Picture-Alliance

Ein archaisches Männerbild und loyale Athleten: Die Begeisterung von Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow für Mixed Martial Arts macht ihn zum vielleicht gefährlichsten Mann im ganzen Sport.

          5 Min.

          Für autoritäre Machthaber kann Sport ein wichtiges Instrument sein. Wie einfach lässt sich die Überlegenheit der Nation – und damit die vermeintliche Stärke des Regimes – mit Hilfe eines erfolgreichen Athleten demonstrieren. Wie gut kann man von Missständen im Land ablenken. Was für Recep Tayyip Erdogan Fußball oder für Alexander Lukaschenka Eishockey darstellt, ist für den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow Mixed Martial Arts (MMA). Der harte wie umstrittene Kampfsport ist für den berüchtigten Machthaber wie geschaffen.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          In der rauen Landschaft des Nordkaukasus werden viele junge Männer schon früh mit einer kompromisslosen Lebenssituation konfrontiert. In der von sunnitischen Clans bewohnten autonomen Republik Tschetschenien und der Nachbarregion Dagestan gelten neben dem russischen Rechtssystem auch noch ältere, archaische Gesetze: Ehrgefühl, Stolz und Unnachgiebigkeit. In dieser Patriarchalgesellschaft bemisst sich der Wert eines Mannes an dessen Stärke und Durchsetzungsvermögen.

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