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Volleyball in Corona-Zeiten : „Wir haben keine fetten Fernseheinnahmen“

Froh, überhaupt wieder spielen zu dürfen: der Schweriner Bundesliga- und Bundestrainer Felix Koslowski Bild: dpa

Wie kommen die Volleyballer aus der Corona-Krise? Bundestrainer Koslowski und Verbandspräsident Hecht wollen Chancen sehen, Ideen entwickeln, Medien nutzen. Fragt sich, welche?

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          „Ich habe kein gutes Gefühl im Bauch“, bekennt René Hecht, Präsident des Deutschen Volleyball Verbandes (DVV), angesichts der Aussichten, die kommende Saison möglicherweise ganz ohne Hallenpublikum beginnen zu müssen. „Volleyball lebt von Zuschauern“, weiß der Berliner, der den Verband seit 2018 führt: „Wir haben keine fetten Fernseheinnahmen“.

          Klaus Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga (VBL), geht bislang noch davon aus, dass je nach Hallenkapazität und regionaler Lage bis zu tausend Zuschauer erlaubt sein könnten. Individuelle Hygienekonzepte habe die VBL in Kooperation mit den Vereinen erarbeitet. „Das ist nicht super“, aber angesichts der allgemeinen Lage könne es ja nicht super sein. „Wenn es null Zuschauern wären, hätten wir ein Problem.“

          Frauen-Bundestrainer Felix Koslowski, in Personalunion Coach des Schweriner SC, wäre dagegen nicht mal überrascht, vor komplett leeren Rängen spielen zu müssen: „Wir sind sogar davon ausgegangen.“ Die Spielzeit 2019/20 hatte die Liga einen Spieltag vor Abschluss der Vorrunde Mitte März abgebrochen, auf die Playoffs verzichtet und ohne Meister beendet. Koslowski und seinen Frauen, zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer, wurden so einer glänzenden Titelchance beraubt.

          Präsident René Hecht: „Es ist ein Suchen und Finden.“
          Präsident René Hecht: „Es ist ein Suchen und Finden.“ : Bild: dpa

          Ende September soll der bunte Ball beim Supercup wieder fliegen, Anfang Oktober startet die Saison. „Wir freuen uns, dass wir unseren Sport ausüben dürfen“, sagt Koslowski, der sich zur Zeit mit seinem Team bei Testspielen in Polen aufhält. Angesichts der gesamtgesellschaftlichen Situation nimmt er alle Einschränkungen sportlich. Der 36-Jährige verbindet die Lage mit der Hoffnung, dass Volleyball nun eine größere Medienpräsenz bekomme: „Es ist auch eine Chance.“

          Für Präsident Hecht geht es sogar um nichts weniger, als wie sich Volleyball neu erfinden könnte? „Wenn wir die Leute nicht verlieren wollen, müssen wir ihnen etwas bieten“, sagt der 58-Jährige, der als deutscher Rekordnationalspieler den Sport wie kaum ein Zweiter verkörpert – schränkt aber ein: „Es wird ein Suchen und Finden.“

          Eine Richtung vorgegeben hat Beachvolleyballer Alexander Walkenhorst, der in Privatinitiative eine Turnierserie ausrichtete und per Stream im Netz verbreitete – mit durchschlagendem Erfolg, so dass der Verband es bei seiner „Road-to-Timmendorf“-Serie adaptierte. Ob ein ähnliches Konzept für den Hallensport ginge, ist eine der vielen Fragen, die zu klären ist. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir es vermarkten können“, sagt Hecht und feuert an wie ein Kapitän auf dem Feld: „Wir müssen kämpfen, und das alle zusammen.“

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