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Gertrud Ederle : „Lieber sterbe ich, bevor ich diesmal aufgebe!“

  • -Aktualisiert am

Gertrud Ederle im von ihr erfundenen Bikini – eine Sensation für die damalige Zeit Bild: Picture-Alliance

Am 6. August 1926 überquerte Gertrud Ederle, Amerikanerin und Tochter deutscher Auswanderer, als erste Frau den Ärmelkanal. Sie war eine Pionierin des Frauensports – und der Bademode.

          6 Min.

          Arthur Sorensen stand mit seiner Kamera bis zu den Waden im Wasser, als Gertrude Ederle sich am 6. August 1926 auf den Weg machte, um im Ärmelkanal Historisches zu leisten. Entschlossen marschierte die amerikanische Schwimmerin auf den Fotografen zu, als er auf den Auslöser drückte: Die 20-Jährige trug eine rote Kappe und eine honiggelb getönte, spacige Brille. Außerdem war sie, zum Schutz gegen die Kälte, dick eingeschmiert mit einer Masse aus Olivenöl, Lanolin und Schweineschmalz. Ederle sah wie ein Geist aus. Wie ein Wesen nicht von dieser Welt.

          Aufmerksamkeit erregte dieses Foto aber deshalb, weil die Amerikanerin einen knappen blauen Bikini trug, dessen Konturen trotz der weißen Fettschicht gut sichtbar waren. Ein derartiges Outfit hatte bis dahin keine Schwimmerin gewagt. Die gebürtige New Yorkerin aber scherte sich nicht um die Prüderie in ihrer Heimat. „Lieber sterbe ich, bevor ich diesmal aufgebe!“, hatte sie in einer Kolumne dem amerikanischen Publikum pathetisch mitgeteilt. „Jetzt oder nie“, sagte sie nun am Strand von Cap Gris-Nez, bevor sie ins Wasser stapfte.

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