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Mit Hijab im Ring : Wie der Boxsport um seine Zukunft kämpft

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So kämpferisch wie die Deutsche Ornella Gabriele Wahner (rechts) im Ring: Die Aiba will ihre Zukunft bei Olympia sichern. Bild: AFP

Boxen mit Kopftuch? Videobeweis bei Fehlurteil? Der Boxverband Aiba steht vor dem Aus bei den Olympischen Spielen und will nun mit neuen Ideen beim IOC punkten. Doch ein großes Problem bleibt bestehen.

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          Fortan dürfen Athletinnen mit Hijab, einem Kopftuch und – wenn gewünscht – im Ganzkörperanzug in den Boxring. Neben der Einführung der Protestregel per Videobeweis gegen gravierende Fehler des Ringrichters oder Kampfgerichtes ist das mögliche Outfit beim olympischen Boxen auf internationaler Ebene als revolutionär zu bewerten. National hat der Deutsche Box-Verband seinen weiblichen Aktiven schon vor Jahren freigestellt, im Ganzkörperanzug anzutreten. Für die inzwischen zwanzigjährige Berlinerin Zeina Nassar etwa, deutsche Meisterin im Federgewicht, ist jetzt der Weg frei, eine internationale Karriere zu starten. Die Studentin war nicht bereit, Konzessionen zu machen, wenn es um den Dress-Code ging.

          Mit der vom Exekutivkomitee des Internationalen Box-Verbandes (Aiba) im Regelwerk verankerten Möglichkeit des Videobeweises sollen Fairness und Transparenz der Urteile „nachhaltig verbessert“ werden. Der Protest gegen ein vermeintliches Fehlurteil bei internationalen Wettbewerben hat innerhalb von 15 Minuten nach Urteilsverkündung schriftlich zu erfolgen. Eine Kommission entscheidet nach Ansicht der strittigen Szenen via Videostudium über den Protest.

          Umstrittener Präsident: Gafur Rachimow steht im Fokus von Ermittlungen.

          Auch der Beschluss der Gründung einer Athletenkommission, die künftig aus je fünf Männern und Frauen bestehen soll und deren Vertreter bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Jekaterinenburg und Ulan-Ude (jeweils Russland) gewählt werden sollen, dürfte mit Blick auf das Image der Aiba beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) erfolgt sein. Mit diesen Neuerungen versucht der Internationale Fachverband beim IOC zu punkten. Bis Ende Juni dürfte eine Entscheidung darüber getroffen sein, ob die Aiba die Kriterien für die Ausrichtung der olympischen Qualifikationsturniere für die Teilnahme seiner Boxer bei den Spielen 2020 in Tokio erfüllt.

          Nach diversen Reformen im Regelwerk der Aiba und erfolgter Konsolidierung ihrer finanziellen Verhältnisse bleibt als Hauptkritikpunkt der IOC-Führung die Person an der Spitze der Aiba: Präsident Gafur Rachimow wird seit geraumer Zeit verdächtigt, Teil der organisierten Kriminalität zu sein. Der Usbeke wehrt sich mit juristischen Mitteln, um den Verdacht zu entkräften.

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