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Thüringen : Werberat rügt Landkreis wegen sexistischer Po-Werbung

  • Aktualisiert am

Ob „beste Lage“ oder „Prachtregion“: Der deutsche Werberat fand die Po-Werbung auf den Hosen der Suhler Volleyballerinnen nicht lustig. Bild: Picture-Alliance

Weil das Wort „Prachtregion“ quer über dem Gesäß der Volleyballerinnen des VfB Suhl prangte, hat der deutsche Werberat nun eine Rüge ausgesprochen. Der mit dem Schriftzug werbende thüringische Landkreis fühlt sich falsch verstanden.

          Der Werbespruch „prachtregion.de“ auf den Hosen von Sportlerinnen hat dem Thüringer Landkreis Schmalkalden-Meiningen eine öffentliche Rüge des Deutschen Werberats eingetragen. Der Sponsoring-Schriftzug auf den Trikothosen des Volleyball-Bundesligavereins VfB 91 Suhl verlaufe quer über das Gesäß der Spielerinnen und lenke die Aufmerksamkeit bewusst auf diesen Körperteil, teilte das Selbstkontrollorgan der Werbebranche am Mittwoch in Berlin mit. Damit würden Frauen auf ihr Äußeres reduziert und eine Sexualisierung von Sportlerinnen begünstigt oder jedenfalls toleriert.

          Das Argument der verantwortlichen Landrätin, die Werbung sei witzig gemeint, habe den Werberat nicht überzeugt. Werbung dürfe doppeldeutig sein, Personen aber nicht herabwürdigen. Drei weitere Unternehmen, die ihre Anzeigen mit weiblichen Gesäßteilen gestaltete, wurden ebenfalls vom Werberat beanstandet. Insgesamt sprach der Werberat im vergangenen Jahr 16 öffentliche Rügen wegen des Verstoßes gegen den Werbekodex aus.

          „Es handelt sich hierbei um eine gravierende Fehleinschätzung des Deutschen Werberats“, argumentiert Landrätin Greiser. „Hier lässt man jegliches Augenmaß vermissen.“ Wenn jeder mehr oder weniger versteckte Hinweis auf geschlechterspezifische Reize künftig als Sexismus gebrandmarkt werde, brauche über Werbefreiheit in Deutschland nicht mehr geredet zu werden. Die Kampagne sei bisher sehr erfolgreich gewesen und man wolle weiter mit „prachtregion.de“ unter anderem auf den Hosen der Spielerinnen des VfB Suhl werben.

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