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Weltumseglerin Laura Dekker : Ein Leben als Törn

  • -Aktualisiert am

Ankunft auf St Maarten: Laura Dekker am Ziel ihrer Weltumseglung Bild: dpa

Fast zwei Jahre sind nach ihrer umstrittenen Weltumseglung vergangen. Nun schreibt Laura Dekker über ihre Zeit auf dem Meer. Ins Guinness-Buch der Rekorde hat es der Teenager aber nicht geschafft.

          In gewisser Weise ist sie doch ein normaler Teenager. Laura Dekker sitzt an einem Tisch in einem Hamburger Verlagshaus. Sie spielt mit ihrem Smartphone, blickt genervt auf das Display: „Warum geht die Funktion nicht?“ Sie drückt auf dem Handy herum. Ihr Freund will ihr das Telefon aus der Hand nehmen. Sie kabbeln sich.

          Aber wenn man dieser 18-jährigen Frau eine Zeitlang zuhört, kommen einem doch eher Attribute in den Sinn, die man nicht unbedingt mit einem Teenager verbinden würde: Reife, Klarheit, Zielstrebigkeit. Selbst dann, wenn sie davon erzählt, dass sie die Schule abgebrochen hat: „Den Abschluss brauche ich nicht. Ich habe realisiert, dass man auch sehr viel lernt, wenn man Menschen aus fremden Ländern und Kulturen kennenlernt, wenn man etwas von der Welt sieht.“

          Laura Dekker hat bereits viel von der Welt gesehen. Sie ist die Jüngste, die je allein um die Welt segelte; der Törn der jungen Niederländerin wurde vor gut drei Jahren zum Politikum. Im August 2010 war sie - gerade 14-jährig - losgefahren. Ende Januar 2012 hatte sie es geschafft. Nun hat sie ein Buch über diese Zeit geschrieben. Es liest sich wie ein Bord-Tagebuch.

          Die Scheu nimmt man ihr ab

          Dekker könnte darin als Botschafterin für das einfache, das unentfremdete Leben durchgehen. Denn am wenigsten versteht und verstand sie die Aufregung um ihre Weltumseglung: „Hollywood wollte einen Film machen, Oprah Winfrey wollte, dass ich komme. Ich wollte das alles nicht.“ Den Film zur Weltreise drehte schließlich eine Freundin, die New Yorkerin Jillian Schlesinger. Im März hatte „Maidentrip“ in den Vereinigten Staaten Premiere und wird im März nächsten Jahres auch in Deutschland laufen. Mediale Öffentlichkeit mag Laura Dekker eigentlich nicht: „Ich bin dann immer froh, wenn ich wieder auf dem Wasser bin.“

          Nicht ganz allein: Laura Dekker beim  Fotoshooting in 2009

          Die junge Niederländerin kokettiert nicht mit ihrer Scheu, man nimmt sie ihr ab. Sie ist nach Deutschland gekommen, um das Buch zu promoten - Freude macht ihr das offenbar nicht. Sie sitzt an einem großen Tisch in einem Konferenzraum mit gläserner Fensterfront. Sie wirkt zurückhaltend, aber selbstbewusst. Ab und an nimmt sie einen Schluck Wasser, guckt zu ihrem Freund Daniel herüber, der zwölf Jahre älter ist als sie und aus Bonn stammt. Und wartet auf die nächste Frage. Ob der 21. Januar 2012, der Tag, an dem sie es geschafft hatte, ein bedeutender Einschnitt in ihrem Leben gewesen sei? „Nein, es war gar keine Zäsur, ich war eine Woche an Land, dann bin ich weitergesegelt.“ Punkt. Das sei doch schließlich ihr Leben. Es spiele sich an Bord ab.

          Geboren auf einer Weltreise

          Auf einer Weltreise wurde sie auch geboren. Der niederländische Segelnarr Dick Dekker und seine damalige deutsche Frau, Barbara Müller, befanden sich 1995 gerade in Neuseeland, als Laura geboren wurde. Seither lebt sie fast ausschließlich an Bord - entweder im Hausboot der Familie, das im niederländischen Ort Den Osse liegt, oder unterwegs.

          Mit sechs Jahren begann Laura Dekker selbst zu segeln, in einem kleinen Kindersegelboot. Sie fuhr Regatten mit, segelte fast jeden Tag. In den Ferien reiste sie allein zu den niederländischen Inseln. Mit 13 Jahren das erste Mal nach England. „Und dann hatte ich das Gefühl, es müsste was Neues kommen, ich hatte ja rund um die Niederlande alles gesehen.“

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