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Drei Weltrekorde an einem Tag : Die Jagd nach Bestzeiten soll weitergehen

Ausnahmeathlet: Mo Farah läuft einen neuen Stundenweltrekord. Bild: dpa

21.330 Meter in 60 Minuten: Der britische Olympiasieger Mo Farah stellt einen neuen Stundenrekord auf. Bei den Frauen gibt es gleich zwei neue Bestzeiten. Und die Jagd soll weitergehen.

          2 Min.

          Drei Weltrekorde innerhalb von zwölf Stunden: Die Leichtathletik ist mit Vollgas in den Höchstleistungsmodus zurückgekehrt. Am Samstagmorgen verbesserte die Kenianerin Peres Jepchirchir, Weltmeisterin von 2016, auf einem Rundkurs im Letná Park von Prag den Halbmarathon-Weltrekord (21,1 Kilometer) um 37 Sekunden auf 1:05,34 Stunden. Sie blieb in dem Rennen mit sechs weiteren Frauen 28 Sekunden über dem Weltrekord, den sie 2017 in Ras al-Chaimah aufstellte, damals mit männlichen Tempomachern. Diese Bestmarke hat seitdem die Äthiopierin Yeshaneh Ababel auf 1:04:31 Stunden verbessert.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Am Freitagabend liefen in Brüssel die Niederländerin Sifan Hassan und der Brite Mo Farah Stunden-Weltrekorde. Der viermalige Olympiasieger und sechsmalige Weltmeister über 5000 und 10.000 Meter kam beim Sportfest der Diamond League praktisch ohne Zuschauer in sechzig Minuten 21.330 Meter weit und übertraf die 13 Jahre alte Bestmarke von Haile Gebrselassie um 45 Meter. Farah sagte, er habe sich sechs Wochen lang auf den Rekordlauf vorbereitet. In diesem, seinem ersten Bahnrennen seit drei Jahren war er so in Schwung, dass Helfer ihn nach Ablauf der Zeit stoppen mussten.

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          Sifan Hassan, Weltmeisterin über 1500 und 10.000 Meter von Doha 2019, übertraf mit 18.930 Metern die zwölf Jahre alte Bestmarke der Äthiopierin Dire Tune von 18.517 Metern um mehr als eine Stadionrunde. In einem langen Endspurt besiegte sie die Kenianerin Brigid Kosgei, die im Oktober beim Chicago Marathon den überragenden Marathon-Weltrekord der Britin Paula Radcliffe um mehr als eine Minute unterbot und auf 2:14,04 Stunden verbesserte.

          Weder von der Niederlage noch von der wenige Minuten später ausgesprochenen Disqualifikation für ein paar Schritte auf der Bahnbegrenzung schien die Kenianerin enttäuscht. Der Lauf, bei dem auch sie den alten Weltrekord unterbot, sei vor allem ein erstklassiges Tempotraining für den London-Marathon gewesen, sagte sie. Dieser Lauf, den sie im vergangenen Jahr gewann und der im Frühjahr ausfiel, soll am 4. Oktober allein für Top-Läuferinnen und -Läufer auf einem zweieinhalb Kilometer langen Rundkurs um den St. James’s Park zwischen Buckingham Palace und 10 Downing Street nachgeholt werden. Sie habe nicht allzu sehr aufs Tempo gedrückt, sagte Brigid Kosgei, um keine Verletzung zu riskieren.

          Für Sifan Hassan ging es in dem Stundenlauf um mehr. Vor Aufregung übergab sie sich vor dem Start, lief die erste Hälfte verkrampft, wurde dann zuversichtlich und hatte schließlich sogar Spaß am Rennen, wie sie sagte, in den letzten zwei Minuten: „Da habe ich alles gegeben, was noch übrig war.“

          Die Jagd nach Bestzeiten soll weitergehen. Nicht nur sind – wieder einmal – erstaunliche Zeiten vom London-Marathon zu erwarten. Im Rennen der Männer wird der Kenianer Eliud Kipchoge, Olympiasieger, Weltrekordhalter in 2:02,39 Stunden und erster Läufer unter zwei Stunden auf der Marathon-Distanz, von Kenenisa Bekele herausgefordert. Der Äthiopier war dreimal Olympiasieger und fünfmal Weltmeister auf den Langstrecken und ist in 2:02,41 Stunden zweitschnellster Marathonläufer der Welt. Für den 7. Oktober hat Joshua Cheptegei angekündigt, in Valencia über 10.000 Meter 26:17,53 Minuten zu unterbieten, den 16 Jahre alten Weltrekord Bekeles. Vor dreieinhalb Wochen verbesserte er in Monaco die Bestleistung über 5000 Meter auf 12:35,36 Minuten.

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