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Darts-WM in London : Weltmeister Price erreicht Viertelfinale

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Gerwyn Price am Mittwochabend während des Spiels Bild: dpa

Der 36 Jahre alte Waliser bezwang am späten Mittwochabend den Niederländer Dirk van Duijvenbode. Im Vergleich zu seinen vorherigen Partien spielte Price erstmals souverän.

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          Mit seinem bisher besten Auftritt bei der Darts-WM hat Weltmeister Gerwyn Price das Viertelfinale erreicht. Der 36 Jahre alte Waliser bezwang am späten Mittwochabend den Niederländer Dirk van Duijvenbode mit 4:1 und zeigte nach einem 0:1-Rückstand eine starke Leistung. Price hatte in den beiden vorherigen Partien gegen den Engländer Ritchie Edhouse (3:1) und Belgiens Kim Huybrechts (4:3) einige Probleme gehabt und agierte nun erstmals souverän und dominant.

          Van Duijvenbode, der auf einer Auberginen-Farm arbeitet und deshalb unter dem Spitznamen „Auberginen-König“ bekannt ist, verpasste es, wie im Vorjahr ins Viertelfinale der WM einzuziehen. Der topgesetzte Price gilt als großer Turnierfavorit und bekommt es nun in der Runde der letzten Acht an Neujahr mit dem Engländer Michael Smith zu tun. Dieser besiegte in einer hochklassigen Partie den walisischen Mitfavoriten Jonny Clayton mit 4:3. Clayton hat im Jahr 2021 vier Major-Turniere und damit mehr als jeder andere Darts-Profi gewonnen.

          Price hatte sich am Nachmittag wegen der zahlreichen Corona-Fälle bei der WM noch für einen Abbruch der Titelkämpfe ausgesprochen. „Das Turnier sollte verschoben werden“, schrieb er bei Instagram. Dies sei zwar wahrscheinlich nicht die beste Option, „aber eine Option, mit der ich einverstanden wäre“. Der Weltverband PDC hat bislang nichts in diese Richtung verlauten lassen.

          Im Londoner „Ally Pally“ sieht der vom Bürgermeister ausgerufene Katastrophenfall so aus: 3000 Darts-Fans grölen in einer kleinen Halle lautstark ihre Lieder, trinken viel Bier und veranstalten eine Party, wie sie vor der Corona-Pandemie normal und unbedenklich war. Bei der WM gibt sich der Weltverband PDC alle Mühe, die Mindeststandards der ohnehin lax agierenden britischen Regierung in Zeiten der Omikron-Variante bloß nicht zu übertreffen. Und mit dem positiven Test von Star Michael van Gerwen droht den Organisatoren nun auf Spielerebene das große Chaos.

          Van Gerwen sagte, er sei „wirklich enttäuscht, verwirrt, wütend, wie meine Weltmeisterschaft endet. Ich hätte dieses Ergebnis nie erwartet.“ Dabei waren erst in den Vortagen seine beiden Landsmänner Vincent van der Voort und Raymond van Barneveld positiv getestet worden. Der Befund kam also nicht aus dem Nichts. Das WM-Turnier wirkt derzeit wie eine große Lotterie. Am Mittwoch erwischte es den Engländer Dave Chisnall, der im Vorjahr noch im Halbfinale stand. Er scheidet wie van Gerwen kampflos aus, stattdessen erhält Englands Luke Humphires ein Freilos fürs Achtelfinale.

          Die PDC steckt nun in einem selbst verschuldeten Dilemma. Mit relativ großzügigen Regeln und vielen Schnell- statt PCR-Tests ging der auf Show und Inszenierung ausgerichtete Verband die WM an. Nun gab es seit Weihnachten zwei Spielabsagen, was die Wertigkeit des größten Turniers beeinflusst. Weitere könnten folgen. Die Kommunikation verläuft dabei einsilbig und stets nach dem gleichen Muster: Spieler A hat Corona, Spieler B kommt somit weiter. Kein Wort zu weitergehenden oder zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Stattdessen werden die übrigen Spiele extra laut gefeiert: Vieles ist „historisch“ oder „episch“ oder „fantastisch“. Corona soll dagegen inmitten der schwachen Krisenkommunikation ein Randaspekt bleiben. Dabei wird es immer skurriler.

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