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Weltcup in Göteborg : Springreiter Guerdat glänzt beim Finale

  • -Aktualisiert am

Sieger Steve Guerdat (links) und der Dritte Peder Fredricson haben viel Spaß bei der Siegerehrung. Bild: EPA

Nach 2015 und 2016 gewinnt der Schweizer Steve Guerdat bereits zum dritten Mal beim Weltcup-Finale der stärksten Springreiter. Die Deutschen können sich keinen Platz auf dem Podest sichern.

          Nach drei Tagen, an denen den stärksten Springreitern der Welt und ihren Pferden intensiv auf den Zahn gefühlt wurde, hat der Schweizer Steve Guerdat mit dem elfjährigen Wallach Alamo den Weltcup gewonnen. Der Olympiasieger von London 2012 gewann diesen Titel nach 2015 und 2016 bereits zum dritten Mal. Auch auf Platz zwei landete ein Eidgenosse: Martin Fuchs, Spross einer traditionsreichen Reiterfamilie und Guerdats enger Freund, wurde mit einem Punkt Rückstand Zweiter. Den größten Jubel im Scandinavium zu Göteborg erhielt aber der beliebte Schwede Peder Fredricson, vor zwei Jahren gleich nebenan Europameister geworden, mit dem Wallach Catch me not auf Platz drei. Als bester Deutscher wurde der in Belgien lebende Wiesbadener Daniel Deußer mit knappem Rückstand von einem Viertel Springfehler auf Fredricson Vierter.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Das Weltcup-Finale der Springreiter, oft als inoffizielle Hallen-Weltmeisterschaft bezeichnet, folgt mit seinen drei Teilprüfungen einer ähnlichen Dramaturgie wie ein offizielles Championat. Am Donnerstag im Zeitspringen wurden die Duftmarken gesetzt. Am Freitag in einem langen, großformatigen Parcours Kraft und Springvermögen getestet. Am Sonntag über noch zwei schwere Parcours zusätzlich die Reserven.

          Daniel Deußer war am ersten Tag mit seinem Hengst Tobago Z, der über die Hindernisse huscht wie eine Katze, so schnell gewesen, dass er trotz eines Abwurfs noch das achtbeste Resultat erzielte. In dem von Herausforderungen gespickten Parcours vom Freitag allerdings unterlief ihm ein Missgeschick. Er schaffte es nicht, eine Kombination aus zwei Steilsprüngen passend anzureiten, ließ seinen elfjährigen Hengst ein bisschen zu dicht abspringen, eine ohnehin nur sacht aufliegende Planke fiel. So musste er darauf hoffen, dass am Sonntag die anderen Fehler machten. Das taten einige, aber nicht alle. Er selbst blieb in Parcours A und B am Sonntag fehlerfrei.

          Für Christian Ahlmann (Marl) hatte es nach dem ersten Tag sogar noch besser ausgesehen mit seinem jungen Hengst Clintrexo, der fehlerfrei über den trickreichen Kurs kam und die siebtbeste Zeit erreichte. Aber von nun an ging es bergab. Am Freitagabend wurde dem erst zehnjährigen Schimmel seine jugendliche Unerfahrenheit zum Verhängnis, obwohl Ahlmann und er zwei Weltcup-Qualifikationen gewonnen hatten. Gleich an drei Hindernissen fielen Stangen und Ahlmann damit aussichtslos zurück. Dass er in Finalprüfung Nummer drei am Sonntag trotzdem noch startete, hat damit zu tun, dass Clintrexo noch viel lernen muss. Ein erfahreneres Pferd hätte er wohl geschont. Mit jeweils zwei Abwürfen in den Schlussrunden und Rang 14 schloss er das Lern-Wochenende ab.

          Ludger Beerbaum (Riesenbeck), mit 55 Jahren der Älteste im deutschen Team, musste mit dem sechzehnjährigen Fuchswallach Casello am ersten Tag einen ärgerlichen Fehler hinnehmen. Sein Pferd hatte die oberste Stange eines Steilsprung nur zart gestreift, sie schaukelte noch eine Weile in der Halterung und fiel erst herunter, als er weit weg war. Am Freitag wechselte er das Pferd, setzte den elfjährigen Fuchswallach Cool Feeling ein, mit dem er es ins Stechen schaffte. Dort allerdings unterlief ihm bereits am ersten Sprung, einem großen Oxer, ein Abwurf, so dass die Siegchance rasch vertan war. Am Sonntag besann er sich wieder auf den erfahreneren Casello. An einem Steilsprung über einem Wassergraben gab es dann aber einen Fehler. In der zweiten Runde gab er auf. „Grenzen aufgezeigt“, sagte er. Beerbaums Fans wurden trotzdem nicht wankend. Sie präsentierten weiter das Transparent: „Ludger, the one and only.“

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