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Welt-Reiterspiele in Caen : Alle Hoffnung auf Deußer

  • -Aktualisiert am

Daniel Deußer liegt derzeit mit seinem Hengst Cornet d’Amour auf Platz acht Bild: dpa

Das Team der deutschen Springreiter in Caen wird kleiner. Ludger Beerbaum und Christian Ahlmann ziehen sich zurück. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Daniel Deußer mit seinem Hengst Cornet d’Amour.

          Ziehe nie in eine Schlacht, die du nicht gewinnen kannst. Diese alte Kavalleristenweisheit haben Ludger Beerbaum und Christian Ahlmann bei der Weltmeisterschaft der Springreiter in Caen befolgt. Der 51 Jahre alte Meister aus Riesenbeck hätte an diesem Samstag (13.30 Uhr) im Kampf um die vier Finalplätze des Sonntags sowieso keine Chance mehr.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Nach dem Nationenpreis, der für die Deutschen unglücklich mit Rang vier endete, lag er mit seiner Holsteiner Schimmelstute Chiara auf dem 30. Rang und war damit der letzte Qualifizierte. „Noch weiter nach hinten geht es jetzt nicht mehr“, sagte Beerbaum mit Galgenhumor.

          Ahlmann hätte mit seinem Hengst Codex One auf Rang zehn bessere Chancen, er hat nur einen Springfehler Rückstand auf Rang vier - in Führung liegt die Amerikanerin Beezie Madden mit Cortes vor dem Schweden Rolf-Göran Bengtsson mit dem Holsteiner Casall. Doch er will mit den Kräften seines Pferdes haushalten. Anfang Oktober folgt noch das mit 1,5 Millionen Euro dotierte Nationenpreis-Finale in Barcelona.

          Alle deutschen Hoffnungen ruhen in Caen deshalb auf dem 33 Jahre alten gebürtigen Wiesbadener Daniel Deußer auf Platz acht. Sollte er die beiden schweren Runden vom Samstag mit seinem Hengst Cornet d’Amour ohne Abwurf bewältigen, würde das allein noch nicht für das Finale reichen. Gleichzeitig müssten mindestens vier der vor ihm Liegenden patzen. „Die Lücke wird es geben“, sagte Bundestrainer Otto Becker voraus.

          „Es hat ihm sehr viel Spaß gemacht“

          Deußer, der als Bereiter beim belgischen Handelsstall Stephex Stables in Wolvertem arbeitet, hat allen Grund, sich mit dem Schimmel vorteilhaft zu präsentieren. Nach der ursprünglichen Vereinbarung mit den Besitzern, seinem Chef und einem amerikanischen Ehepaar, dürfte Deußer den Hengst, mit dem er im April das Weltcup-Finale in Lyon gewonnen hat, nur bis zum Ende der Welt-Reiterspiele behalten. Allerdings ist er optimistisch, dass die Abmachung verlängert wird. Er habe mit dem amerikanischen Besitzer telefoniert, sagte Deußer in Caen. „Er hat zugesehen, und es hat ihm sehr viel Spaß gemacht.“

          Trotz des nahezu aussichtslosen 21. Platzes setzt Marcus Ehning (Borken) mit dem elfjährigen Hengst Cornado seinen Einsatz fort, getreu einem anderen bewährten Motto: Gib niemals auf.

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