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Weitsprung-Ass Malaika Mihambo : Die Grube ist nicht genug

Daumen hoch: Malaika Mihambo bei den „Finals“ in Berlin Bild: dpa

Im Weitsprung ist Malaika Mihambo mit 7,16 Metern unangefochten die Nummer eins der Welt und hat jetzt auch den Sprint für sich entdeckt. Für die Olympischen Spiele in Tokio hat sie ein spezielles Ziel.

          3 Min.

          Das sei sicher ein Super-Sprung gewesen. Aber eigentlich könne sie nichts zu den 7,16 Meter sagen, weil sie das Video noch nicht gesehen habe. So spricht nicht ein Analytiker des Verbandes, ein Trainer, der sich in der Theorie verliert, sondern: Malaika Mihambo, die Frau, die wenige Minuten zuvor, am Sonntagabend bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Berliner Olympiastadion, so weit geflogen ist wie keine andere seit drei Jahren. Sie sei so im Tunnel gewesen, sagt die Weitspringerin des Jahres, dass sie erst mal die Aufzeichnung sehen müsse.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die 25 Jahre alte Athletin aus Oftersheim bei Heidelberg hatte es sich nicht leicht gemacht. Als sei sie noch beim Sprint, in dem sie am Vortag, als sei das nichts, in 11,21 Sekunden auf Platz drei gerannt war, jagte sie auf die Sprunggrube zu – und trat zwei Mal über. Um im Wettbewerb zu bleiben, trabte sie langsamer an, flog 6,76 Meter weit, und weil sie damit den Wettbewerb schon gewonnen hatte, sollte man meinen, dass sie nun befreit abhob. „Es war schwierig, in den Wettkampf reinzukommen, nachdem man sich mal gesagt hatte: Mach mal langsam“, erzählte sie. „Das Umschalten von sich ausbremsen zu jetzt wieder Vollgas geben ist nicht einfach.“ Damit es klappt, hatte Trainer Ralf Wagner ihren Anlauf um zwei Schritte verkürzt. Da ist, das steht auch ohne Videoanalyse fest, noch mehr drin. Immerhin hatte sie ein Lob für 35.000 andere: „Das Publikum hat im letzten Versuch alles gegeben.“

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