https://www.faz.net/-gtl-743c2

Wegen Sandy : New-York-Marathon abgesagt

Noch trainieren sie, noch weisen Hinweisschilder auf den Marathonlauf hin - doch er wird nicht durchgeführt Bild: REUTERS

Die Stadtverwaltung von New York hat den für Sonntag vorgesehenen Marathonlauf nun doch abgesagt. „Wir wollten nicht, dass ein Schatten über dem Rennen liegt“, erklärt Bürgermeister Bloomberg.

          Das für Sonntag geplante Marathon-Rennen in New York wird wegen der verheerenden Folgen des Wirbelsturms Sandy nun doch abgesagt. Das kündigte Bürgermeister Michael Bloomberg am späten Freitag Nachmittag New Yorker Ortszeit an. Bloomberg hatte in den vergangenen Tagen noch mit Vehemenz darauf beharrt, den Marathon durchzuziehen. Er wies dabei auf die Bedeutung des Rennens für die Stadt hin und beteuerte, der Marathon würde keine Kapazitäten binden, die für die Aufräumarbeiten benötigt werden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Kritik war aber zuletzt immer lauter geworden, vor allem aus Teilen der Stadt wie Staten Island, Brooklyn oder Queens, in denen die von Sandy angerichteten Verwüstungen besonders schlimm waren. „Es ist einfach falsch, den Marathon abzuhalten, während Teile der Stadt völlig zerstört und in einer Krise sind“, sagte zum Beispiel Stadtrat Domenic Recchia, der einige der schwer getroffenen Teile in Brooklyn repräsentiert.

          Auch mehrere Lokalzeitungen wie die „New York Post“ oder die „Daily News“ hatten am Freitag die Absage des Rennens gefordert.
          Bloomberg sagte am Freitag in einer Stellungnahme, es sei klar geworden, dass das Rennen zu „einer Quelle der Kontroverse und der Spaltung“ geworden sei. „Wir würden nicht wollen, dass eine Wolke über dem Rennen oder seinen Teilnehmern hängt, also haben wir entschieden, es abzusagen.“

          Unterdessen gab es am späten Freitag Nachmittag gute Nachrichten für viele New Yorker, die in den vergangenen Tagen keinen Strom hatten. Gegen 17 Uhr Ortszeit gingen in einigen Stadtteilen im Süden von Manhattan wie etwa dem East Village die Lichter wieder an. Der Versorger Con Ed hat in Aussicht gestellt, dass der ganze Südteil von Manhattan bis Samstag wieder Strom hat. Für Teile New Yorks außerhalb von Manhattan kann es allerdings noch bis Ende nächster Woche dauern.

          Bilder dieser Art wird es 2012 nicht geben: der Marathon in New York fällt aus

          Weitere Themen

          Deutsche Junioren hellwach zum ersten Sieg

          U-21-EM : Deutsche Junioren hellwach zum ersten Sieg

          Der Auftakt verläuft ein wenig holprig, dann zeigt der Titelverteidiger bei der U-21-EM seine Klasse. Deutschland besiegt Dänemark im ersten Spiel. Beim 3:1-Erfolg ist ein Spieler beim DFB-Nachwuchs überragend.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          FAZ Plus Artikel: Youtube : Die neue Mündlichkeit

          Rezos Video rechnet mit Lesern, die lesen können, aber meistens nicht gelesen haben, was er für sie gelesen hat. Wie Youtube das Verhältnis von gesprochenem Wort, Schrift und Wissen verändert.
          Der frühere Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard. (Archiv)

          EZB-Konferenz in Sintra : „Es gibt keine Schuldenkrise“

          Die Eurozone braucht eine expansive Finanzpolitik und weniger strenge Schuldenregeln, sagt der Ökonom Olivier Blanchard bei der EZB-Konferenz in Sintra. Strukturreformen alleine genügten nicht, um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.