https://www.faz.net/-gtl-9w8zg

Wegen Superstar Roger Federer : Südafrika völlig im Tennis-Taumel

Begeisterung auf beiden Seiten: Roger Federer (links) in Südafrika Bild: AFP

Alle Eintrittskarten binnen Minuten ausverkauft, Flugpreise in schwindelerregender Höhe: Roger Federer misst sich in Kapstadt mit Rafael Nadal und verzückt schon im Vorfeld die gesamte Nation. Es wird ein Rekordspiel.

          2 Min.

          Wie ein Tourist vermeldete Roger Federer seine Ankunft in Südafrika: „Cape Town!“, schrieb er auf Twitter – und setzte einen Smiley dazu und ein Selfie vor gelandeter Maschine bei bewölktem Himmel.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          Der Tennisstar ist zu einem Freundschaftsspiel gegen seinen Rivalen und Freund Rafael Nadal an diesem Freitag (19.30 Uhr bei Eurosport 2 und per Livestream im Eurosport Player) angereist. In Südafrika gibt es um das „Match in Africa“ seit Wochen großen Rummel. Lange vor seiner Ankunft lächelte Federer von riesigen Werbeplakaten. Pressekonferenzen, Fototermine und Empfänge wurden organisiert. Ende vergangenen Jahres waren alle im Internet angebotenen Eintrittskarten binnen Minuten ausverkauft. Die Preise für Flüge von Johannesburg nach Kapstadt an dem Tag schossen in die Höhe.

          Es ist nach Angaben der Organisatoren das größte Tennis-Spiel der Geschichte in Südafrika. 50.000 Zuschauer werden im Cape-Town-Stadion erwartet, das für die Fußball-Weltmeisterschaft vor zehn Jahren gebaut worden war. Das wäre ein neuer Rekord bei einem Tennis-Spiel. So mancher mag sich sogar an „Rumble in the Jungle“ erinnern, den legendären Boxkampf von Muhammad Ali und George Foreman 1974, auch wenn der an einem exotischeren Ort, in Zaire (heute Kongo), stattfand. Damals waren 60.000 Zuschauer dabei.

          Für Federer ist es eine Premiere im südlichen Afrika und ein Heimspiel. Viele Südafrikaner betrachten den Schweizer als einen der ihren, weil seine Mutter Lynette Südafrikanerin ist, geboren in einem Vorort von Johannesburg. Die Zeitungen berichten stolz, der in Basel geborene Federer spreche sogar etwas Afrikaans. Eine Sonntagszeitung bezeichnete ihn als „Champion of the Poor“, denn der Gewinn aus dem Spiel fließt an die Roger-Federer-Stiftung, die das Geld für Bildungsprojekte in Afrika ausgeben will. Vor der Ankunft in Südafrika besuchte Federer einige Projekte der Stiftung in Namibia.

          Rafael Nadal fand nur in Nebensätzen Erwähnung. Peinlicherweise verwechselte ein Kapstädter Einkaufszentrum den Spanier mit Novak Djokovic, seinem stärksten Herausforderer im Kampf um Platz eins auf der Weltrangliste – und druckte dessen Foto auf ein Werbeplakat.

          Zugänglich bei der Pressekonferenz in Kapstadt: Roger Federer

          Das Spektakel besteht nicht nur aus der auf zwei Stunden angesetzten Begegnung zwischen den beiden Profispielern. Zusätzlich werden sie in einem prominent besetzten Doppel spielen: Microsoft-Gründer Bill Gates an der Seite von Federer gegen Nadal und Trevor Noah, den erfolgreichsten südafrikanischen Unterhaltungskünstler, der in den Vereinigten Staaten „The Daily Show“ moderiert.

          Wie der drei Jahre ältere Federer hat er einen Schweizer Vater und eine südafrikanische Mutter. Comedian Noah bekundete Siegeswillen. „Hey, Roger Federer, Bill Gates und du wollen gegen mich und Nadal ein Doppel spielen?“, schrieb er auf Twitter. „Okay, wir nehmen die Herausforderung an, aber sei vorbereitet, die Zuschauer in Südafrika werden auf meiner Seite sein!“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Trump steht innenpolitisch unter Druck, weil er die Pandemie anfangs kleingeredet hatte.

          Vorwürfe gegen Trump : Wie man mit Masken Politik macht

          Kauft Washington überall Atemschutzmasken auf und leitet Bestellungen um? Deutsche und französische Politiker behaupten das. Aber ist an den Beschuldigungen etwas dran – oder ist es nur Anti-Trump-Polemik?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.