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Wegen Manipulationsvorwürfen : Handball-Weltverband wiederholt Olympia-Qualifikation

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„Wir haben uns für den Sport und den Handball entschieden“, sagte Weltverbands-Präsident Moustafa: beide Turniere der asiatischen Olympia-Qualifikation sollen bis spätestens Ende Januar 2008 wiederholt werden.

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          In der Affäre um Manipulationsvorwürfe bei der asiatischen Olympia-Qualifikation hat der Internationale Handball- Weltverband (IHF) für ein Novum gesorgt und erstmals in seiner Geschichte die Wiederholung zweier Turniere angeordnet. „Wir haben uns für den Sport und den Handball entschieden“, begründete IHF- Präsident Hassan Moustafa am Dienstag die Entscheidung der Ratssitzung in Paris.

          Das Männer-Turnier in Toyota (Japan), bei dem sich unter skandalösen Umständen Kuweit gegen Südkorea durchgesetzt hatte, und die Frauen-Qualifikation in Almaty, wo ebenso überraschend Gastgeber Kasachstan und nicht die favorisierten Südkoreanerinnen gewonnen hatte, sollen bis spätestens Ende Januar 2008 unter der Aufsicht und Organisation der IHF neu ausgetragen werden.

          „Das waren ganz klar unfaire Entscheidungen“

          Beim Bundesliga-Rekordtorschützen Kyung-Shin Yoon vom HSV Hamburg sorgte die Entscheidung für Erleichterung. „Das ist nur gerecht. Nun haben wir wieder eine realistische Chance, uns unseren Traum zu erfüllen und für Peking zu qualifizieren“, sagte der Südkoreaner. Für HSV-Geschäftsführer Peter Krebs ist die Neuansetzung der Asien- Qualifikation „die sportlich fairste Lösung. Der Sport hat gesiegt“. Bei den Männern stehen sich nun erneut Südkorea, Kuweit, Quatar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan gegenüber. Bei den Frauen sind es Kasachstan, Südkorea, Quatar und Japan.

          Auslöser des Skandals, in den nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ (Montagsausgabe) auch IHF-Präsident Hassan Moustafa verwickelt sein soll, war das Duell beim Turnier Anfang September in Toyota zwischen Südkorea und Kuweit. Die Südkoreaner waren von den Referees derart benachteiligt worden, dass Kuweit 28:20 gewann und sich für Peking qualifizierte. In einer nachträglichen Videoanalyse hatte die IHF 38 Entscheidungen gegen Südkorea aufgelistet.

          Moustafa gerät unter Druck

          „Das waren ganz klar unfaire Entscheidungen gegen Südkorea“, hatte Moustafa in einem Interview mit der „ARD- Sportschau“ zugegeben. Die IHF hatte eigens für diese brisante Partie das erfahrene Schiedsrichter-Duo Frank Lemme/Bernd Ulrich aus Magdeburg berufen. Kurzfristig aber setzte der asiatische Handball-Verband (AHF) die Jordanier Alshobali/Hirzallach an. Dies geschah gegen den Willen des von der IHF eingesetzten Beobachters Alexander Koschukow aus Russland. „Es war beschämend. Man hat sich dabei nicht wohlgefühlt“, bekannte Lemme.

          Moustafa gerät in diesem Zusammenhang zusehends unter Druck. „Der Spiegel“ zitiert aus einem Fax des AHF-Präsidenten Ahmed al-Fahd-al- Sabbah aus Kuweit an Moustafa. Darin beschwerte sich der Scheich angeblich darüber, dass die IHF nicht nur Beobachter, sondern auch Technische Delegierte und Schiedsrichter nach Toyota entsenden wolle und erinnerte Moustafa an eine alte Absprache: „Du hast mir persönlich versprochen, dass die kontinentalen Qualifikationsturniere unter dem Schirm der Kontinentalverbände bleiben sollen.“ Moustafa bestreitet, in die Vorkommnisse verstrickt zu sein.

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