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Wasserspringen : Hausding ist doch schlagbar

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Abgetaucht: Nach dreimal Gold muss sich Patrick Hausding gemeinsam mit Stephan Feck mit Silber begnügen Bild: dpa

Silber nach dreimal Gold: Wasserspringer Patrick Hausding muss sich bei der EM in Berlin vom Drei-Meter-Brett mit Partner Stephan Feck ausnahmsweise geschlagen geben.

          Eine Verbeugung und Kusshände für das Publikum - Patrick Hausding hat die Medaillenjagd bei der Heim-EM fortgesetzt. In seinem vierten Wassersprung-Wettbewerb holte der Berliner sein viertes Edelmetall. Der Lokalmatador belegte am Freitag im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett mit dem Leipziger Stephan Feck Platz zwei. Gold ging an Russlands souveräne Titelverteidiger Ilja Sacharow/Jewgeni Kusnezow, die Ukrainer Alexander Gorschkowozow und Illja Kwascha wurden Dritte. Zuvor hatten die Turmspringerinnen Maria Kurjo und Kieu Duong beim Sieg der Britin Sarah Barrow die Medaillenplätze verpasst - im siebten EM-Wettbewerb blieben die erfolgsverwöhnten Wasserspringer damit erstmals ohne Edelmetall.

          Hausding/Feck glückte nach den beiden Pflichtsprüngen der dreieinhalbfache Delfinsalto gehockt nicht optimal, dadurch fielen die EM-Zweiten des Vorjahres auf Platz vier zurück. Dann aber kämpfte sich das Duo zurück und sicherte sich mit 438,15 Punkten knapp vor der Ukraine noch Silber. Die Russen (464,44) waren an diesem Nachmittag einfach zu stark. „Er will unbedingt die Medaille mit seinem Kumpel Fecki, mit dem er ja das Zimmer teilt. Das ist eine verschworene Gemeinschaft“, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow über Hausdings Hunger nach Edelmetall.  Der 25-Jährige hat in seiner Geburtsstadt Berlin bereits vom Ein-Meter-Brett, im Synchronspringen vom Turm und vom Drei-Meter-Brett gesiegt. Dabei gelang dem Kunstspringer das Kunststück vom letzten Platz nach dem ersten Sprung ganz noch vorn zu kommen.

          „Ich habe mich gestern Abend gefragt, wie das alles klappen konnte. Gestern war es ein Märchen, das war schon echt super. Das kann man sich nicht schöner vorstellen“, sagte Hausding nach der Qualifikation, die das Duo als Zweite hinter den Russen beendete. Vor vier Jahren hatte er bei der EM in Budapest als bislang einziger Springer fünf Medaillen bei einer kontinentalen Meisterschaft geholt. Davon soll sich der Student der Wirtschaftswissenschaften aber nicht unter Druck setzen lassen. „Gegen die starke Konkurrenz vom Turm wird eine Medaille schwer“, blickte Buschkow auf Samstag voraus. Vom Turm musste sich die Berlinerin Maria Kurjo mit 316,20 Punkten und dem fünften Platz zufriedengeben.

          Bei der dreimaligen EM-Dritten kullerten nach dem Wettkampf ein paar Tränchen. „Gerade im Moment bin ich noch ein bisschen unzufrieden“, haderte die 24-Jährige. „Eine Medaille wäre natürlich schön gewesen, aber mit ein bisschen Abstand kann ich mich sicher über meine Silbermedaille im Turmsynchron freuen.“ Als zweite deutsche Starterin belegte die 19 Jahre alte Vereinskollegin Kieu Duong mit 301,90 Zählern den siebten Rang. Der Sieg ging an die Britin Sarah Barrow. Die Vorjahresvierte gewann mit 363,70 Punkten vor der Italienerin Noemi Batki und Titelverteidigerin Julija Prokoptschuk aus der Ukraine.

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