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Vendée-Globe-Logbuch : „Momentan drücke ich mich ums Abendessen“

Boris Herrmann mit einem „Wet-Meal“. Bild: Team Malizia

Auf dem Segelboot braucht Boris Herrmann doppelt so viele Kalorien wie an Land. Denn er ist ständig in Bewegung, auch in der Nacht. Aber was essen Skipper eigentlich?

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          Auf dem Segelboot kann Boris Herrmann sich nicht bewegen, ohne sich festzuhalten. Er muss balancieren, immer darauf vorbereitet sein, dass eine ruckartige Bewegung kommt. „Jeder Tag ist komplett anders“, sagt er am Donnerstagabend per Sprachnachricht. Manchmal arbeite er sich einen „Ast ab“, habe sehr viele Segel zu bergen und zu setzen, harte körperliche Arbeit eben.

          Ein Segelsack kann bis zu 100 Kilo wiegen, wenn er nass ist. Den muss er über Ecken und Kanten durchs Schiff wuchten. „Ich bin die ganze Zeit in Bewegung, die Temperaturen gehen rauf und runter“, sagt er. Deswegen brauche er gerade doppelt so viele Kalorien wie an Land.

          Für jeden der 80 Tage hat Herrmann sich eine Essens-Tüte gepackt: Frühstück, zwei Hauptgerichte, einen Nachtisch und kleine Snacks. 130 Kilogramm wiegt sein Proviant insgesamt. Um genügend Vitamine zu bekommen, hat er Orangen und Äpfel dabei und nimmt Vitamintabletten. „Das Obst hält vielleicht bis zum Drittel der Strecke. Danach habe ich noch gefrorene Smoothies.“ Herrmann isst bei Tageslicht, erzählt er. Morgens Müsli oder Porridge, mittags und abends etwas Warmes.

          Als Hauptgerichte gibt es gefriergetrocknetes Essen, das er sich mit heißem Wasser zubereitet oder sogenannte „Wet Meals“, normale eingeschweißte Gerichte, die er sich aufwärmt. „Momentan habe ich nicht so richtig Appetit und drücke mich manchmal ums Abendessen. Ich fühle mich dann am Ende der Nacht etwas schlapp.“

          Auch wenn er tagsüber isst und nachts etwas mehr schläft (aber nie mehr als eine Stunde), bestimmt das Wetter seine Struktur. „Ich bin einfach für das Boot da“, sagt er. Sobald sich etwas ändere, der Wind, die Wellen, ändere er auch etwas am Boot. Das mit dem Appetit, hofft er, werde sich schon noch einpendeln. „Heute Abend esse ich einfach nur‘n Nachtisch und gehe schlafen.“

          Die Vendée Globe gilt als die härteste Regatta für Einhandsegler. Sie begann am 8. November an der französischen Atlantik-Küste und führt entlang des Südpolarmeeres einmal um den Globus. Mit Boris Herrmann nimmt erstmals ein Deutscher teil.

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