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Golfprofi Kevin Tway : Immer auf den Vater hören

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Endlich eine Trophäe: Kevin Tway hat das Auftaktturnier der neuen Saison der PGA-Tour gewonnen. Bild: dpa

Mit dem Sieg in den Weinbergen Kaliforniens tritt der Golfer Kevin Tway einem exklusiven Klub bei. Dabei spielt auch sein bekannter Vater eine Rolle. Nun steht der Sohn auf eigenen Beinen im Profi-Geschäft.

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          Wie der Vater so der Sohn: Kevin Tway ist im Silverado Golf Resort in Napa in die Fußstapfen seines Vaters Bob getreten. Der 30 Jahre Profi schloss sich am Sonntag in den Weinbergen Kaliforniens einem exklusiven Klub an. Mit dem Sieg im Stechen gegen seine amerikanischen Landsleute Ryan Moore und Brandt Snedeker bei der Safeway Open ist er jetzt gemeinsam mit dem Herrn Papa seit 1900 erst das achte siegreiche Vater-Sohn-Duo auf der PGA Tour und das erste, seit Kevin Stadler vor vier Jahren seinem Vater Craig bei der West Management Open in Scottsdale (Arizona) nacheiferte. „Dad hat mir immer gesagt, dass ich über das Talent verfüge, um auf der PGA Tour zu gewinnen. Bis heute habe ich es ihm nicht geglaubt“, sagte Kevin Tway, nachdem er bei seinem 91. Auftritt auf der PGA Tour endlich eine Trophäe und den Siegerscheck über 1,152 Millionen Dollar in den Händen hielt.

          Der 59 Jahre alte Bob Tway verfolgte den Sieg des Sohns beim Auftaktturnier der Saison 2018/29 in beider Wohnort in Edmond (Oklahoma) vor dem Fernseher. Er war von den Bildern so mitgenommen, dass er nicht hinschauen konnte und sich hinter einer Couch verkroch – und dennoch hatte er Anteil am Sieg des krassen Außenseiters, der in der Weltrangliste nur auf Rang 138 geführt wurde und als bestes Ergebnis bis dato auf der PGA Tour einen dritten Platz vorweisen konnte. „Mein Vater ist immer mit dabei. Ich höre immer seine Stimme. Schließlich hat er dreißig Jahre auf höchstem Niveau gespielt“, sagte Kevin Tway. Noch heute reden die beiden jeden Abend miteinander, aber am Sonntag waren beide erst einmal sprachlos, denn der Erfolg an diesem windigen Tag kam aus heiterem Himmel.

          Erinnerungen an einen legendären Schlag

          Drei Tage lang hatte Snedeker das Turnier dominiert, hatte in der Schlussrunde zeitweise mit fünf Schlägen geführt, ehe er überraschend in der Schlussphase einbrach, sich gerade noch ins Stechen rettete, aus dem er sich schon am ersten Extra-Loch verabschiedete. Dagegen gelang Tway ein furioses Finale: Mit fünf Birdies, zwei auf den Schlusslöchern der regulären Runde und drei im Stechen, mit dem letzten aus vier Metern besiegte er auch Moore.

          Auch wenn Kevin Tway mit diesem Sieg in der Weltrangliste auf Position 85 vorrückte, bis er seinen Vater einholt, ist es noch ein langer Weg. Bob Tway siegte acht Mal auf der PGA Tour, allein vier Mal in seiner besten Saison 1986. Der Bunkerschlag, mit dem er in jenem Jahr den Ball im 18. Loch zum Sieg bei der PGA Championship gegen den haushohen Favoriten Greg Norman (Australien) versenkte, gilt als legendär, vielleicht der spektakulärste Abschluss eines Majors. „Noch heute sprechen mich die Leute darauf an. Sie erzählen mir, dass sie 1986 dabei waren, obwohl ich damals noch nicht einmal auf der Welt war“, erzählte Kevin Tway.

          „Gibt es auch Nachteile, wenn man einen berühmten Vater hat?“, wurde der Sieger gefragt. „Man kann es so sehen, weil allein durch den Namen hohe Erwartungen geweckt werden. Aber Dad hat dreißig Jahre auf höchsten Niveau gespielt. Er weiß, wovon er redet“, antwortete Kevin Tway. „Alles in allem ist es ein Plus“, resümierte er, verschwieg aber nicht, dass es für ihn nicht immer leicht war: „Wie alle Kinder wollte ich meinen Vater unbedingt besiegen. Als ich 15 Jahre alt war, war ich oft nah dran, aber dann hat Dad immer ein paar Birdies gespielt und mich geschlagen. Meine Mutter hat mich dann getröstet und mir erklärt, dass es eben schwerer ist, wenn man einen Vater hat, der auf der Tour spielt.“

          Kevin Tway ließ sich nicht entmutigen. Mit 16 Jahren gewann er die US Junior Amateur Championship und besiegte erstmals auch den Vater. Nach einer erfolgreichen College-Zeit wechselte er 2011 ins Profilager. Mit dem Sieg vom Sonntag ist er nicht nur erstmals für das Masters im April qualifiziert, er darf endlich auch bei dem Major mitspielen, das den Ruhm des Vater begründete, bei der PGA Championship.

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