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Vorwürfe nach Mailand-Sanremo : „Er zog mit Tempo 80 vorbei“

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Überraschungssieger Démare: Vom Auto angezogen? Bild: AFP

Schwere Vorwürfe gegen Radprofi Démare: Hat sich der Sanremo-Sieger vom Auto ziehen lassen? Die Franzosen wiegeln die Vorwürfe ab: „Besonderheiten italienischer Rennen, wenn kein Einheimischer gewinnt.“

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          Einen Tag nach dem ersten Sieg eines Franzosen beim Frühjahrsklassiker Mailand–Sanremo seit 21 Jahren gibt es schwere Vorwürfe gegen Arnaud Démare und sein Team FDJ. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe der „Gazzetta dello Sport“ vom Sonntag soll Démare geschummelt haben. Der 24 Jahre alte Franzose, der am Vortag den ersten Rad-Klassiker der Saison im Spurt gewonnen hatte, soll nach einem Sturz auf der Cipressa etwa 30 Kilometer vor dem Ziel von einem Begleitfahrzeug gezogen worden sein. Nur so habe der spätere Sieger den Anschluss an die Spitzengruppe wieder finden können.

          Die Démare-Konkurrenten Eros Capecchi (Astana-Team) und Matteo Tosatto (Tinkoff) haben das illegale Vorgehen laut „Gazzetta“ bezeugt. Frédéric Guesdon, Démares Teamchef von La Francaise des Jeux, widersprach. „Démare zog mit Tempo 80 an uns vorbei. So etwa habe ich noch nie gesehen. Démare hielt sich an der rechten Seite des Teamwagens fest“, wurde Capecchi zitiert. Der davon informierte Jury-Chef Hervé Brocque teilte mit, dass ihm keine Videobeweise oder Fotos vorlägen. Der französische Funktionär hätte von einem Regelverstoß seines Landsmannes nichts mitbekommen, hieß es.

          „Nach dem Sturz herrschte Chaos. Wir haben Arnaud eine Flasche gereicht, er hat sich nicht ziehen lassen. Überall waren Jury-Mitglieder, auf den Motorrädern und in den Wagen“, sagte Guesdon der „L’Équipe“. Vorwürfe solcher Art seien nichts Neues in Italien. Der Teamchef bezeichnete die Aussagen als „Besonderheiten italienischer Rennen, wenn kein Einheimischer gewinnt“.

          Felsbrocken zwischen Mailand und Sanremo: Vier Kilometer Umweg über die Autobahn

          Am Samstag hatten sich viele in Ligurien verwundert die Augen gerieben und nach dem Namen des Siegers gefragt: Arnaud wer? Arnaud Démare. Der U-23-Weltmeister von 2011 ist vielen noch kein Begriff. Vor zwei Wochen gewann er die erste Etappe der Mehrtagesfahrt von Paris nach Nizza, und nun ließ er den Sieg beim turbulenten ersten Klassiker der Radsport-Saison folgen.

          Felsbrocken versperrten den Weg

          Démare setzte sich am Samstag nach 295 Kilometern im Sprint gegen Ben Swift aus Großbritannien und Jürgen Roelandts aus Belgien durch. Für den 24 Jahre alten Démare ist es der bislang größte Erfolg. Vor seinem Erfolg in San Remo wurde der Profi von FDJ auf Platz 104 der Rangliste des Internationalen Radsportverbandes UCI geführt.

          Glück hatten die Fahrer sowie der Begleittross, dass sie bei einem Erdrutsch nicht zu Schaden kamen. Nach etwa 130 Kilometern versperrten riesige Felsbrocken den Weg. Die Fahrer wurden über die Autobahn A10 umgeleitet. Die Gesamtdistanz erhöhte sich damit von 291 auf 295 Kilometer.

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