https://www.faz.net/-gtl-98j89

Todesfall beim Ocean Race : „Diese Tragödie bricht einem das Herz“

  • Aktualisiert am

Über Bord gegangen und nicht mehr gefunden worden: Ocean-Race-Segler John Fisher. Bild: Konrad Frost/Volvo Ocean Race

Der Brite John Fisher verliert auf der siebten Etappe des Ocean Race sein Leben. Bei hohen Wellen und eisigen Temperaturen geht der Segler im Pazifik über Bord – und kann auch nach stundenlanger Suche nicht gefunden werden.

          Auf der siebten Etappe des Volvo Ocean Race hat es einen tödlichen Zwischenfall gegeben: John Fisher, 47 Jahre altes Mitglied der Scallywag-Crew ging auf dem etwa 14.500 Kilometer langen Weg vom neuseeländischen Auckland nach Brasilien mitten im Pazifik am Montagabend europäischer Zeit über Bord und konnte nicht mehr lebend gefunden werden. Der Vorfall ereignete sich während eines Sturmes bei voller Fahrt nach etwas mehr als der Hälfte der längsten Etappe der Segelregatta, nur wenige Seemeilen vom sogenannten „Punkt Nemo“ entfernt – einem Punkt an der Grenze zum Südpolarmeer, der sich am weitesten entfernt von jeglicher Landmasse befindet.

          Trotz Rettungsweste und Überlebensanzug hatten Experten die Überlebenschancen des Briten schon kurz nach dem Unglück als sehr gering eingeschätzt. Bei einer Wassertemperatur von unter zehn Grad Celsius, bis zu fünf Meter hohen Wellen und starkem Wind wurde damit gerechnet, dass Fisher maximal zwanzig Minuten im Wasser würde überleben können. Nach dem Unglück hatte das Scallywag-Team das Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) verständigt. Bei einbrechender Nacht musste die Crew die Rettungsaktion wegen der lebensgefährlichen Bedingungen abbrechen und nahm Kurs auf die etwa 1200 Seemeilen entfernte Küste Südamerikas. Das MRCC leitete ein etwa 400 Seemeilen entferntes Schiff zum Unglücksort.

          „Wir sind am Boden zerstört“

          „Wir sind am Boden zerstört, diese Tragödie bricht einem das Herz. Die Crew hat alles getan, um John im Sturm zu finden und zu bergen“, erklärte Teambesitzer Lee Seng Huang in einer ersten Stellungnahme. Allerdings habe  das immer schlechter werdende Wetter so wie die eintretende Dunkelheit die Crew dazu gezwungen abzudrehen und ohne Fisher den mehr als 2000 Kilometer langen Weg zum südamerikanischen Festland fortzusetzen. „Unsere Gedanken und Gebete sind in dieser schwierigsten Zeit bei Johns Familie und der Crew. Der Fokus ist nun darauf gerichtet, die Crew in einen sicheren Hafen zu bekommen.”

          Es ist bereits der zweite tödliche Unfall bei der diesjährigen Auflage des Segelrennens. Erst im Januar war ein chinesischer Fischer ums Leben gekommen, als das teilnehmende Vestas-Team bei der Zieleinfahrt in die Bucht von Hongkong in der Dunkelheit mit seinem Boot kollidierte. Insgesamt haben in den 45 Jahren der Regatta nun sechs Segler auf hoher See ihr Leben verloren. Der letzten Todesfall eines Teilnehmers liegt etwa zwölf Jahre zurück. Damals ging der 32 Jahre alte Niederländer Hans Horrevoets bei hoher Geschwindigkeit im Nordatlantik über Bord und konnte nach einiger Zeit nur noch tot geborgen werden.

          Weitere Themen

          „Kollektives Versagen“

          Darmstadt unterliegt Osnabrück : „Kollektives Versagen“

          Mit viel Leidenschaft gelingt dem Aufsteiger aus Niedersachsen der Sprung auf Platz drei in der 2. Fußball-Bundesliga. Der VfL begeistert sein Publikum an der Bremer Brücke und die „Lilien“ kassieren eine herbe 0:4-Niederlage.

          Neymar macht Tuchel das Leben schwer

          Rückschlag für Paris : Neymar macht Tuchel das Leben schwer

          Paris ist schon seit einiger Zeit nicht mehr das Fußball-Paradies für den deutschen Trainer. Seine Reputation in der Öffentlichkeit und die Autorität innerhalb des Klubs sind beeinträchtigt. Und dann ist da ja noch Neymar.

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson

          Brief an Tusk : Johnson will Brexit-Deal neu verhandeln

          Bisher wollte der britische Premier sein Land auch ohne Deal aus der EU führen. Nun schreibt er an EU-Ratspräsident Tusk, ein Austrittsabkommen habe „oberste Priorität“. Zugleich fordert er, die Backstop-Regelung zu streichen – und schlägt Alternativen vor.
          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.