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Volleyball-Bundesliga : Warm und das Wiedersehen mit Fremden

  • -Aktualisiert am

Michael Warm (rechts) ist jetzt Trainer in Friedrichshafen. Bild: nordphoto

Drei Jahre lang war Michael Warm Cheftrainer der United Volleys. 2018 wurde sein Vertrag nicht verlängert. Nun trifft er mit Friedrichshafen auf seinen alten Klub. Besondere Emotionen ruft das bei ihm nicht hervor.

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          Drei Jahre lang war Michael Warm Cheftrainer der United Volleys. Der heute 51-Jährige hatte 2015 die sportliche Basis für das Unternehmen gelegt, das zu Beginn seiner Laufzeit als das interessanteste seit langem in der deutschen Volleyballszene galt. Mit einer Mischung aus Erfahrung und Heißblütigkeit, Routiniers wie dem langjährigen Nationalspieler Christian Dünnes und aufstrebenden Talenten wie Moritz Reichert, seit dieser Saison Kapitän des deutschen Meisters aus Berlin, mischten die Hessen auf Anhieb die Bundesliga auf und etablierten sich als dreimaliger Halbfinalist in der Tabellenspitze. Der Fokus des Klubs um Hauptfinanzier Jörg Krick lag damals trotz der Erfolge darauf, jungen Spielern die Chance zu geben, sich auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln.

          Das hat sich geändert, seit der Verein den Vertrag mit Warm 2018 nicht verlängerte und den Kanadier Stelio DeRocco als Coach verpflichtete. Im Sommer hat man am Main einen Kader zusammengestellt, mit dem die zuletzt bereits im Viertelfinale gescheiterten Volleys ihre Position wieder verbessern wollen. Warm, der mittlerweile beim Rekordmeister VfB Friedrichshafen engagiert ist, erkennt sein eigenes Projekt nicht wieder.

          Die Begegnung der beiden Topmannschaften an diesem Dienstag (18.30 Uhr bei Sport 1) am Bodensee ruft bei dem gebürtigen Franken deshalb laut eigener Aussage keine besonderen Emotionen hervor. Der Tabellenzweite aus Frankfurt könne oder müsse „weder Gnade noch Hass“ erwarten, wenn er beim punktgleichen Dritten in der ZF Arena aufschlägt. Ein Prestigeduell bleibt das Aufeinandertreffen trotzdem, wollen die Hessen perspektivisch doch endlich dorthin, wo die Häfler schon so lange stehen.

          Beide Teams sind noch nicht optimal eingespielt, aber Warm zufolge sowohl im Angriff als auch im Aufschlag stark. Er selbst hat das Spielsystem, das der Vorjahreszweite unter seinem Vorgänger Vital Heynen pflegte, zur stärkeren Offensive hin verändert. Acht Kadermitglieder wurden ausgetauscht, mancher sei nach drei vergeblichen Versuchen, den nationalen Titel mal wieder nach Friedrichshafen zu holen, „satt“ gewesen. Wie früher am Main möchte Warm baldmöglichst auch wieder Spieler aus seinem jetzigen Klub in die deutsche Nationalmannschaft bringen. Aber anders als in seiner Zeit bei United ist der Druck beim früheren Champions-League-Sieger ungleich höher, „wir werden dafür kein Team mit zehn Deutschen aufstellen“.

          An seiner Seite hat Warm Patrick Steuerwald, den früheren Zuspieler von United. Der 33-Jährige hatte sich in den Play-offs 2018 so schwer am Fuß verletzt, dass er seine Profikarriere beenden musste. Als das nach langem Hoffen klar war, wurde Steuerwald von Warm angesprochen, ob er nicht in Friedrichshafen als Co-Trainer arbeiten wolle. Die beiden hatten mit dieser Aufgabenteilung schon bei der österreichischen Nationalmannschaft Erfahrung gesammelt; zudem strebt Steuerwald eine Trainerkarriere an.

          Den Bezug zu seiner früheren Arbeitsstelle hat Warm noch nicht verloren, auch wenn er betont, er verfolge die Volleys nicht anders als jeden weiteren Konkurrenten. Doch der Trainer, der sich auch um vieles kümmerte, was nicht nach jedermanns Ansicht zu dessen Aufgaben gehört, hat weiterhin gute Einblicke in das, was bei United passiert. Es sei kaum mehr jemand übrig von den Leuten, mit denen er damals zusammen gewesen sei, sagt Warm. Weder in der Mannschaft noch in ihrem Umfeld oder der Geschäftsstelle. „Wir haben damals unser Projekt beendet“, stellt er fest. „Danach wurde ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen.“

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