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Volleyball-EM : Deutsche Frauen mit Traumstart

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Schwarze Wand: Margareta Anna Kozuch, Christiane Fuerst and Maren Brinker (v.l.) verhelfen Deutschland mit guter Blockarbeit zum EM-Auftaktsieg Bild: AP

Erstes Spiel, erster Sieg. Bei der Heim-EM war Spanien beim 3:0 zum Auftakt kein Stolperstein für Deutschlands Volleyball-Frauen. Die Niederlande und Turnier-Mitfavorit Türkei sind nun die eigentlichen Gradmesser.

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          Die deutschen Volleyballerinnen sind leicht und locker in die Heim-EM gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti bewältigte ihre erste Pflichtaufgabe am Freitag gegen den chancenlosen Außenseiter Spanien souverän mit 3:0 (25:15, 25:15, 25:17) und untermauerte ihren Anspruch auf Gold beim Saisonhöhepunkt im eigenen Land und der Schweiz.

          Mit dieser ersten deutschen EM-Kostprobe vor 4800 Zuschauern im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen haben Kapitänin Margareta Kozuch & Co. Kurs auf den Gruppensieg genommen. Die weiteren Hürden in Staffel A sind am Samstag (17.00 Uhr) die Niederlande und am Sonntag (18.00 Uhr/beide Sport1) die Türkei, EM-Dritter von 2011.

          „Wir waren sehr, sehr aufgeregt. Ich bin heute auf so viele Füße gestiegen, weil meine Beine so gezittert haben“, bekannte Kozuch. „Das war kein Spaziergang. Ich hoffe aber, es geht so weiter.“ Kozuch war aber nicht die einzige Deutsche mit Lampenfieber. „Wir waren tierisch aufgeregt“, meinte Corina Ssuschke-Voigt. „Es war gut, einen relativ leichten Gegner gehabt zu haben.“

          Reibungslose Blockarbeit

          Guidetti zeigte sich zufrieden, sieht aber natürlich noch Steigerungspotenzial. „Das war ein guter Anfang. Die Qualität war aber nicht die beste“, bilanzierte er. Gegen die Niederlande steht für den Italiener fest: „Unser Angriff muss besser werden.“

          „Wir wollen alle unsere Spiele gewinnen“, hatte Guidetti vor der Auftaktpartie als klare Marschroute ausgegeben - und sein Team gehorchte schon mal artig. Gegen schwache Spanierinnen waren die DVV-Frauen von Beginn an hellwach. Die Blockarbeit um Christiane Fürst und Ssuschke-Voigt funktionierte reibungslos, im Angriff trieb Kapitänin Kozuch ihre Mannschaft an.

          Gemeinsam stark: Die deutschen Volleyballfreuen bei der Heim-EM
          Gemeinsam stark: Die deutschen Volleyballfreuen bei der Heim-EM : Bild: AP

          Der Lohn: Nach rund zehn Minuten hatte sich die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) in der ostwestfälischen „Sauna“ auf 11:6 abgesetzt. Das Team von Trainer Francisco Hervas, nur die Nummer 42 in der Welt, zeigte hingegen krasse Abstimmungsprobleme. Ein gefundenes Fressen für den Co-Gastgeber, der trotz kleinen Durchhängers den ersten Satz ungefährdet mit 25:15 gewann.

          Diesen Schwung nahmen die Schützlinge von Guidetti auch mit in den zweiten Durchgang. Sie kämpften weiter um jeden Ball und boten so dem Italiener an der Seitenlinie keinen Grund zum Grummeln - auch wenn sich die Ibererinnen zunächst effektiver wehrten als in Satz eins. Nach einem 13:7 bauten die deutschen EM-Zweiten von 2011 ihren Vorsprung weiter aus und holten sich Abschnitt zwei fast schon traumwandlerisch sicher mit 25:15.

          Auch weil Guidetti im dritten Satz mehr wechselte, schlichen sich immer wieder kleine Fehler ins Spiel der DVV-Frauen ein. Spanien nutzte diese Unzulänglichkeiten. Den ersten EM-Triumph im Hinterkopf ließen sich die Deutschen aber nicht aus der Ruhe bringen und siegten schließlich im Schnelldurchgang. Ein wichtiges Signal an Titel-Konkurrenten wie Serbien, Russland oder die Türkei.

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