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Volleyball : Der Blick ist auf London 2012 gerichtet

  • Aktualisiert am

Jugend trainiert für Olympia: Margareta Kozuch Bild: imago sportfotodienst

Dank des eigenen 3:0-Sieges gegen Frankreich und serbischer Schützenhilfe gegen Italien haben sich die deutschen Volleyballerinnen mit der Grand-Prix-Qualifikation international zurückgemeldet.

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          Im Grunde konnten die deutschen Volleyball-Frauen zufrieden sein. Sie hatten Weltmeister Russland 3:0 geschlagen, den Olympia-Fünften Serbien 3:1 bezwungen und Außenseiter Frankreich 3:0 beherrscht. Doch das Wenige, was es auszusetzen gab am Abschneiden des Teams von Bundestrainer Giovanni Guidetti bei der Europa-Qualifikation für den World Grand Prix in Omsk (Russland), das brachte die Volleyballerinnen schwer in Bedrängnis. Das ernüchternde 0:3 (23:25,21:25,14:25) am Samstag gegen die Niederlande und das unerwartet deutliche 0:3 zum Auftakt am Dienstag gegen Europameister Italien ließen die angestrebte Teilnahme an dem mit zwei Millionen Dollar dotierten Kräftemessen mit den besten Teams der Welt im Sommer 2009 bis zum Schluss zur Zitterpartie werden.

          Am Sonntag taten die deutschen Frauen durch das souveräne 3:0 (25:16, 25:20, 25:19) gegen Frankreich, was in ihrer Macht stand, um die Dienstreise nach Sibirien erfolgreich abzuschließen. Für den Rest mussten sie sich auf die Kolleginnen aus Serbien verlassen. Und die enttäuschten sie nicht: Durch deren zwei Satzgewinne beim 2:3 gegen Italien stand für die Deutschen im Vergleich mit den punktgleichen Italienerinnen der bessere Satzquotient zu Buche. Und der entschied letztlich darüber, dass Platz drei im Abschlussklassement an Deutschland ging - der letzte Platz im Feld der sechs Bewerber, der die Zulassung zum World Grand Prix bedeutete. „Insgesamt bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte Guidetti. „Das ist das erste bedeutende Turnier, das wir in den letzten Jahren ohne Angelina Grün absolvieren mussten, und wir hatten hier eine sehr starke Konkurrenz. Wenn man diese Faktoren berücksichtigt, haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt.“

          Der Blick ist auf Olympia 2012 in London gerichtet

          Weil Führungsspielerin Angelina Grün wegen einer Schulterverletzung passen musste, rückten in Omsk zwangsläufig andere Spielerinnen in den Mittelpunkt - junge Spielerinnen, die den von Guidetti angestrebten Neuanfang nach der verpassten Olympia-Qualifikation für die Spiele in Peking verkörperten. Spielerinnen wie die 21 Jahre alte Margareta Kozuch etwa, die in der italienischen Profiliga bei Asystel Novara unter Vertrag steht, wie die 22 Jahre alte Leverkusenerin Maren Brinker oder die erst 17 Jahre alte Angreiferin Saskia Hippe vom Dresdner SC.

          Bundestrainer Giovanni Guidetti: „Ich bin sehr stolz auf mein Team.”

          Sie war 2007 noch Jugend-Europameisterin, brachte es in der Bundesliga-Saison 2007/2008 schon zur besten Punktesammlerin und ist nun auch in der Nationalmannschaft auf dem besten Weg, zur festen Größe zu werden. Vor allem für die Entwicklung dieser vielversprechenden Nachwuchskräfte ist die Gelegenheit, sich bei der Turnierserie des World Grand Prix - vergleichbar mit der Weltliga bei den Männern - mit den internationalen Spitzenteams zu messen, enorm wichtig.

          Guidetti: „Die Mannschaft ist jung und hat Talent“

          Seit Mai dieses Jahres hatten sich die deutschen Frauen mit mehreren internationalen Turnieren auf die Qualifikation vorbereitet. Guidetti hatte dabei immer wieder junge Spielerinnen in den Kader eingebaut, die 19 Jahre alte Zuspielerin Denise Hanke etwa oder die 18 Jahre alte Mittelblockerin Berit Kauffeldt, beide vom Schweriner SC. „Die Mannschaft ist jung, hat Talent und braucht viele Spiele auf hohem Niveau, um sich weiterzuentwickeln“, sagte Guidetti. Das verdeutlichte auch das Qualifikationsturnier in Omsk.

          Da lieferte das deutsche Team teilweise hervorragende Spiele ab, die auf internationaler Ebene notwendige Konstanz aber ließ es vermissen: Ging der Auftakt gegen Italien komplett daneben, folgte tags darauf ein überraschendes 3:0 gegen Russland; und boten die Frauen beim 3:1 gegen Serbien noch „das beste Spiel in diesem Sommer“, so Guidetti, unterlagen sie in der nächsten Partie gegen Turniergewinner und World-Grand-Prix-Sieger Niederlande ohne einen Satzgewinn.

          Das Ziel: Spielpraxis auf Spitzenniveau sammeln

          Dabei waren die Deutschen selbst gegen die Niederländerinnen alles andere als chancenlos. Im ersten Satz kämpften sie sich nach einem 16:21-Rückstand wieder heran und hatten beim Stand von 23:23 die Chance zum Satzball - der Angriff von Maragareta Kozuch aber flog ins Aus. Die Niederlande gewannen den Durchgang 25:23 und wenig später auch die Sätze zwei und drei. „Wir haben das Match Ende des ersten Durchgangs verloren“, sagte Mittelblockerin Christiane Fürst. „Als wir da unsere Chancen nicht genutzt haben, ist uns gegen die starken Niederländerinnen der Mut verlorengegangen und dadurch eben auch die Lockerheit.“

          Nun haben die deutschen Volleyball-Frauen dennoch die Chance, beim World Grand Prix, dessen Vorrunde vom 31. Juli bis 16. August 2009 ausgetragen wird, weiter zu reifen. Es ist das zehnte Mal seit 1993, dass sich Deutschland qualifizieren konnte, die beste Plazierung gelang 2002 mit Rang drei. Im kommenden Jahr wird es für die deutschen Frauen freilich vor allem darum gehen, Spielpraxis auf Spitzenniveau zu sammeln. Denn Guidettis Blick reicht weit über 2009 hinaus - zu Olympia 2012 in London. Da wollen die Deutschen wieder dabei sein. Der World Grand Prix soll der erste Schritt sein. „Die Teilnahme am Grand Prix wird unserem Team die große Möglichkeit geben, unser Niveau weiter zu steigern“, sagte Guidetti.

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