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Volleyball-Bundestrainer Giani : „Dass so viele Leute sterben, tut mir sehr weh“

  • Aktualisiert am

„Ich bin beunruhigt“: Volleyball-Bundestrainer Andrea Giani über die Corona-Krise. Bild: dpa

Andrea Giani ist eine Volleyball-Legende. Schon als Spieler war der Italiener Weltklasse. Nun ist er Bundestrainer. Im Interview spricht er über die beunruhigende Corona-Lage vor allem in seiner Heimat.

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          Volleyball-Bundestrainer Andrea Giani sorgt sich um Italien. „Das große Problem neben diesem Virus sind einfach die vielen, vielen Toten“, sagte Giani der Deutschen Presse-Agentur im Interview. Der frühere Weltklassespieler betreut zusätzlich zu seinem Verbandsjob in seiner Heimat den italienischen Spitzenverein Leo Shoes Modena. Mit dem DVV steht der 49-Jährige, der seit Februar 2017 Nationalcoach ist, in Gesprächen über eine Verlängerung seines in diesem Jahr auslaufenden Vertrages.

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          Herr Giani, wie geht es Ihnen und Ihrer Familie?

          Mir geht’s gut, meiner Familie geht es gut. Meine Kinder sind daheim, sie lernen und studieren. Mein Großer ist an der Uni und die Kleine ist im letzten Jahr auf dem Gymnasium. Sie machen ihren Unterricht online weiter, das ist sehr wichtig. Mein Alltag hat sich natürlich sehr verändert, denn so eine Situation hat es ja noch nie für jemanden gegeben. Wir müssen immer daheim bleiben, dürfen ja nur raus, um etwa einkaufen zu gehen.

          Wie schwierig ist die aktuelle Coronavirus-Krise für Sie?

          Das ist schon eine schwierige Situation. Wenn man nicht raus kann und sein Leben nicht so leben kann, wie man es sich vorstellt, ist es natürlich sehr schwierig. Das große Problem neben diesem Virus sind einfach die vielen, vielen Toten. Dass so viele Leute sterben, das tut mir sehr weh, und das tut natürlich vielen anderen sehr weh. Aber unsere Regierung tut natürlich alles, um diese Situation in den Griff zu kriegen und sie zu verbessern.

          Beunruhigt Sie die Situation in Ihrem Land?

          Ja, ich bin beunruhigt. Aber ich sehe und merke auch, dass durch diese Regeln, dass man daheim bleiben muss und nicht mehr rausgehen kann, dass das ganze Leben quasi runtergefahren wurde, die Zahlen der Infektionen zurückgehen. Und wir hoffen natürlich alle, dass sich langsam, langsam auch die Zahl der Toten reduzieren wird.

          Wann rechnen Sie wieder mit einem regulären Spielbetrieb?

          Das ist schwer zu sagen, das wird schon noch seine Zeit dauern. Bis wir wieder zum Training zurückkehren, wird es sicher noch mindestens einen Monat dauern. Vielleicht kann man in einem Monat wieder trainieren. Aber ich gehe davon aus, dass wir die Meisterschaft sicherlich nicht mehr aufnehmen werden.

          Wie kommunizieren Sie mit Ihren Spielern?

          Antwort: Wir versuchen, Fitness-Programme zu machen. Wir versuchen, die Spieler über’s Internet ein bisschen zu beobachten. Und wir geben ihnen da dann auch Aufgaben auf für daheim. Wegen der Nationalmannschaft sprechen wir regelmäßig. Wir haben jeden Montag ein Meeting, um die Situation und die Entwicklung zu besprechen. Wir machen Pläne, es wird aber ein bisschen Zeit benötigen.

          Ihr Vertrag läuft in diesem Jahr aus. Gibt es Gespräche, dass Sie weiter Bundestrainer bleiben?

          Wir sprechen darüber, ihn zu verlängern, weil mein Team, ich und der Verband einige gute Jahre geschafft haben. Wir haben großes Vertrauen zueinander, unser Verhältnis ist sehr offen.

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