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United Volleys : Erst einen Schritt zurück

  • -Aktualisiert am

Die United Volleys wollen ganz nach oben: Trainer Juan Manuel Serramalera Bild: Picture-Alliance

Seit fünf Jahren spielen die United Volleys in der Bundesliga. Nun wollen die Frankfurter endlich an die Spitze. Doch im Angesicht der mächtigen Konkurrenz aus Berlin wird der Weg zur Meisterschaft nicht einfach.

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          Ganz nach oben – dorthin wollen die United Volleys seit ihrem ersten Aufschlag vor fünf Jahren in der Volleyball-Bundesliga. Am Mittwochabend bekam die neue Mannschaft der Hessen einen Vorgeschmack darauf, wie sich der Aufenthalt an der Spitze anfühlt. Auf der Dachterrasse eines 110 Meter hohen Hochhauses am Frankfurter Nibelungenplatz wurde der Kader einem ausgewählten Kreis von Gästen vorgestellt. Die Perspektiven bei Sonnenuntergang waren bestens. Guido Heerstraß, der neue Geschäftsführer, kündigte an, man arbeite an der deutschen Meisterschaft. Der frühere Handballer schränkte jedoch ein, dass es bis zum Triumph noch „ein bisschen“ dauern werde.

          Übermächtig erscheint weiterhin der Titelträger aus Berlin. Rekordmeister VfB Friedrichshafen, am Ende der vergangenen, coronavirusbedingt abgebrochenen Saison in der Tabelle knapp hinter den zweitplazierten Volleys liegend, hat trotz der Krise aufgerüstet. Am Main blieben lediglich drei Spieler aus dem Kernteam, Zuspieler Matthias Valkiers, Außenangreifer Floris van Rekom und Diagonalspezialist Jochen Schöps. Die beiden Liberos, der Amerikaner Kyle Dagostino und der Japaner Satoshi Tsuiki, sind die einzigen neuen Ausländer im Team. Die 13 Mitglieder zählende Auswahl ergänzen fünf auf der Beletage bereits bewährte Einheimische um den Europameisterschaftszweiten Noah Baxpöhler sowie drei mit Doppelspielrecht ausgestattete Talente aus dem zweitklassigen Volleyball-Internat: der schon im Europapokal eingesetzte Ben Bierwisch, Mittelblocker Melf Urban und Außen Kjell Molzen.

          Der Saisonverlauf dürfte, wie Trainer Juan Manuel Serramalera bestätigt, sehr stark von der Gesundheit der Spieler aus der ersten Reihe abhängen. Der Nachwuchs muss sich erst noch das notwendige Niveau erspielen. Die Lage ist der Pandemie geschuldet. Der Etat wurde um mehr als ein Drittel gesenkt. An die Mittel, die der Bund den Profivereinen als Hilfe zur Verfügung stellen will, kommt man laut Gesellschafter Jörg Krick noch nicht heran. Das für zehn Jahre zinslose Darlehen vom Land falle nicht so hoch aus wie erhofft.

          Viel Arbeit für Spieler und Trainer

          Seit Monatsbeginn schuften die Spieler unter dem Argentinier Serramalera und dessen neuem Co-Trainer und Landsmann Agustín Briscioli für eine erfolgreiche Saison. Gerne hätte der Coach früher begonnen, doch das ließen die Einschränkungen und die vorgeschriebenen Tests auf den Covid-19-Erreger nicht zu. „Wir haben viel Arbeit vor uns“, sagt der Südamerikaner. Viele Spieler kamen nach der langen Sommerpause nicht in optimalem Fitnesszustand in die Wintersporthalle. „Man kann natürlich Pläne schreiben“, sagt Serramalera. Aber das heiße nicht, dass die Profis diese befolgten.

          Die ersten Testduelle sind absolviert: ein 3:1-Sieg gegen den Schweizer A-Liga-Verein Luzern und eine 1:2-Niederlage gegen den Ligakonkurrenten TV Bühl, bei der Führungskraft van Rekom fehlte. Ende des Monats stehen zwei Duelle gegen die Grizzlys Giesen an. Eine geplante Begegnung mit dem Klub aus Tours in dieser Woche wurde wegen des Anstiegs der Corona-Fallzahlen in Frankreich abgesagt. Lieber hätte Serramalera gegen mehr Konkurrenten aus dem Ausland üben lassen.

          „Es wird eine verrückte Saison“

          Doch das sei derzeit nicht möglich. „Es wird eine verrückte Saison“, sagt er. Sie beginnt mit dem ersten Finale der Volleys in ihrer noch kurzen Historie. Im Supercup gegen Berlin anzutreten empfindet der frühere Bundestrainerassistent als „Ehre“. Ein Hygienekonzept für die Ballsporthalle ist eingereicht. 1100 Zuschauer könnte man bei Genehmigung durch das Gesundheitsamt zu diesem ersten Saisonauftritt am 11. Oktober hereinlassen. Es wäre ein ermutigender Anfang.

          „Wir gehen jetzt erst mal einen Schritt zurück“, sagt United-Gründer Krick. Das Streben nach ganz oben habe man aber nicht aufgegeben. „Vielleicht greifen wir in den Play-offs wieder an.“ Für die K.-o.-Runde sind weitere Verpflichtungen möglich. Die italienische Liga etwa, in der Kricks Sohn Tobias von dieser Saison an spielt, wäre nach aktuellem Stand früher fertig als die deutsche.

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